Halldórsson rettet Island einen Punkt gegen Argentinien

Argentinien und Island haben sich am Samstag mit einem 1:1 (1:1)-Unentschieden getrennt. Zum Helden wurde Islands Torhüter Hannes Halldórsson, der unter anderem einen Elfmeter von Lionel Messi entschärfte.

Argentinien startete in einem 4-2-3-1 mit leicht überraschendem Personal: Der fünffache Weltfußballer Messi begann zwar auf der Zehn mit Sergio Agüero vor sich. Das Juventus-Duo Gonzalo Higuaín und Paulo Dybala musste allerdings zunächst mit der Bank vorliebnehmen. Im Tor fehlte der am Knie verletzte Stammkeeper Sergio Romero. Ihn ersetzte Wilfredo Caballero. Auf der anderen Seite trat Island im 4-4-2 an. Der Ex-Hoffenheimer und herausragende Spieler Gylfi Sigurðsson stand ebenso in der Startelf wie Alfreð Finnbogason (FC Augsburg), der ganz vorne für die Nordeuropäer auflief.

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Argentinien begann spielbestimmend und hatte auch die erste Chance der Partie. Nicolás Tagliafico verfehlte nach einem Freistoß von Messi mit dem Hinterkopf nur knapp (8.). Ebenso eng wurde es auf der Gegenseite nach einem Missverständnis in der Abwehr der Südamerikaner. Birkir Bjarnason kam zum Abschluss, verfehlte aber hauchzart (9.). Nachdem Halldórsson das 0:1 gegen Messi noch verhindern konnte (16.), nutzte Agüero wenig später die Überlegenheit des Favoriten und erzielte den Führungstreffer aus der Drehung (19.). Island ließ sich davon aber nicht schocken. Keine fünf Minuten später glich Finnbogason aus kurzer Distanz aus (23.). Es war das erste Tor der isländischen WM-Geschichte.

Argentinien mangelt es an Überraschung

Auch in der Folge verzeichnete Argentinien das Plus an Ballbesitz. Island allerdings hatte sich mit dem 1:1 Respekt verschafft und setzte immer wieder gefährliche Konter an. Die Nordeuropäer arbeiteten speziell gegen Messi im Kollektiv; immer wieder war der Ausnahmemann gedeckt. So fehlte es dem argentinischen Angriffsspiel an Überraschungsmomenten. Kurz vor dem Pausenpfiff gab es sogar auf der anderen Seite die Chance zum 2:1. Sigurðsson scheiterte mit seinem Versuch aber an einer starken Parade von Caballero im Kasten der Südamerikaner (45.). Wenig später ertönte der Halbzeitpfiff.

Abschnitt zwei begann ausgeglichen. Es blieb dabei, dass Argentinien bei eigenem Ballbesitz nicht wirklich viel mit der Kugel anzufangen wusste. Island machte seine Sache konzentriert und engagiert. Nach knapp über einer Stunde bekam der Favorit aber seine Großchance: Messi trat nach einem Foul an Agüero zu einem berechtigten Elfmeter an, scheiterte aber an Halldórsson (64.). Islands Trainer Heimir Hallgrímsson brachte während der Unterbrechung Stürmer Rúrik Gíslason (SV Sandhausen) für Jóhann Berg Guðmundsson (64.). Ein Zeichen, dass der Underdog mutig blieb.

Island rettet Punkt über die Zeit

Knapp eine Viertelstunde vor Schluss hatte Island Glück, dass es nicht erneut einen Elfmeter für Argentinien gab, nachdem der eingewechselte Cristian Pavón von Birkir Sævarsson strafbar am Knöchel getroffen wurde (77.). Der Favorit erhöhte nun den Druck; Island hielt mit aller Kraft dagegen. Die nächste Chance gehörte Messi, der aus 17 Metern nur knapp verfehlte (81.). Einige Minuten später entschärfte Halldórsson eine gefährliche Hereingabe sehenswert (87.). Trotz einiger Ansätze schaffte es die Truppe um Weltfußballer Messi nicht mehr, die Führung doch noch zu erzielen.