Haller rettet Frankfurt einen Punkt in Nürnberg

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Joker Sébastien Haller hat Eintracht Frankfurt zumindest einen Punkt gerettet: In der Nachspielzeit besorgte der Stürmer den 1:1 (0:0)-Endstand beim Gastspiel der Hessen beim 1. FC Nürnberg. Für die Franken hatte zuvor mit Adam Zreľák ebenfalls ein Einwechselspieler getroffen.

Gleich fünf Veränderungen an seiner Startelf nahm Nürnberg-Trainer Michael Köllner vor, vor allem aufgrund von Verletzungssorgen. Neu im Vergleich zum 1:3 gegen Hoffenheim waren Tim Leibold, Simon Rhein, Törles Knöll, Yūya Kubo und Sebastian Kerk. Nicht im Kader waren die verletzten Eduard Löwen, Ondřej Petrák, Mikael Ishak und Enrico Valentini, der sich am Freitag eine schwere Oberschenkelverletzung zugezogen hatte. Zunächst auf der Bank saß Federico Palacios Martínez. Zwei Veränderungen gegenüber dem 2:0 gegen Apollon Limassol gab es bei der Eintracht. Adi Hütter brachte Gelson Fernandes und Ante Rebić für Lucas Torró und Haller.

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Die Neuen schienen Nürnberg einigen Schwung zu verleihen, griffiger und giftiger nämlich präsentierten sich die Hausherren in der Auftaktphase. Ein erstes Ausrufezeichen setzte Hanno Behrens, dessen Distanzschuss deutlich am Tor vorbeiging (4.). Zwar brannten die Franken kein Feuerwerk ab, mit viel Engagement aber behaupteten sie sich gegen die favorisierten Frankfurter. Die Riesenchance gab es nach gut einer Viertelstunde: Knöll rutschte in eine Flanke, traf aus kurzer Distanz allerdings nur den Pfosten (18.). Zuvor hatte sich Kerk mit einem Freistoß Kevin Trapp geschlagen geben müssen (16.).

Ohne Tore geht’s in die Pause

Und die Eintracht? Die Hessen hatten zunächst ihre liebe Not, ihr Spiel etwas zu stabilisieren. Mehr als ein Jović-Kopfball (15.) war in der ersten halben Stunde nicht drin. Von der zuletzt gezeigten Souveränität und spielerischen Klasse war bei Frankfurt nicht viel zu sehen. Erst nach einer halben Stunde fanden die Gäste etwas besser ihre Linie, die zuvor wackelige Defensive, in der sich insbesondere der früh mit Gelb verwarnte Evan N’Dicka einige Unsicherheiten geleistet hatte, stand nun besser. Offensiv aber wurden aussichtsreiche Abschlüsse durch Abstimmungsprobleme verhindert. Bei einem Konter etwa waren Filip Kostić und Rebić uneins über den Laufweg (38.). Bei einer der wenigen gelungenen Kombinationen rettete Christian Mathenia nach Rebić-Flanke vor Luka Jović (32.).

Ohne Wechsel ging es in die zweite Hälfte, und auch am Spielbild gab es keine Veränderung. Nürnberg betrieb hohen Aufwand und dominierte daher das Mittelfeld. Die Präzision aber ging den Franken ab, Überzahl-Situationen wurden mehrfach nicht ausgespielt. Etwa in der 54. Minute: Zu dritt marschierten die Gastgeber aufs Frankfurter Tor zu, Robert Bauer aber missglückte die Flanke auf den frei stehenden Kerk völlig (54.). Fahrlässig war eine Großchance hergeschenkt worden. Die Eintracht hingegen bot offensiv erst mal gar nichts an, vereinzelte Flanken in den Strafraum fanden keinen Abnehmer. Kurzum: Die Intensität der Partie war höher als ihr Niveau.

Zreľák trifft mit erstem Kontakt

Nach gut einer Stunde hatte Hütter genug gesehen, gleich zwei Wechsel nahm der Eintracht-Coach vor: Allan und Haller ersetzten Mijat Gaćinović und Rebić (68.). Mehr Kreativität und Durchschlagskraft erhoffte sich Hütter von dem neuen Offensivduo. Bei Nürnberg kam zunächst Palacios für Kerk (69.), wenig später zudem Zreľák für Knöll (76.). Trotz dieser Veränderungen aber blieb es dabei: Nürnberg dominierte ohne Offensivglanz, die Eintracht war bemüht, doch glücklos.

Bis zur 77. Minute mussten die Fans warten, ehe sie den ersten Hochkaräter der zweiten Hälfte sahen. Makoto Hasebe klärte einen Rhein-Steilpass in die Füße von Kubo, den Schuss des Japaners parierte Trapp. Die Eintracht atmete noch durch, da schlug Nürnberg im zweiten Anlauf plötzlich doch noch zu. Bereits im Strafraum stehend, schlug Virgil Misidjan eine Flanke auf den langen Pfosten, wo Zreľák die Führung köpfte – es war der erste Ballkontakt des Slowaken in der Bundesliga (79.). Anschließend warf die Eintracht alles nach vorne, und tatsächlich stellte sich spät noch der Erfolg ein. Danny da Costa brachte einen Ball flach in die Mitte, wo Haller heranstürmte und zum 1:1-Endstand traf (90.+2).