Hamburger Verdruss nach 0:0 gegen Mainz

Der Hamburger SV kam im Kellerduell gegen den 1. FSV Mainz 05 trotz einer Vielzahl an Chancen und einer halbstündigen Überzahl nicht über ein 0:0 hinaus. Damit vergaben die Norddeutschen die Gelegenheit, Boden auf die Mainzer gut zu machen. Die Stimmung beim HSV war nach dem Abpfiff dementsprechend gedrückt.

„Ich habe versucht, die Jungs in der Kabine aufzurichten“, berichtete Trainer Bernd Hollerbach. „Es tut mir einfach unfassbar Leid für die Mannschaft und die Fans, dass wir uns heute für den Aufwand, den wir betrieben haben, nicht belohnt haben.“ Die Hamburger hatten viel probiert und sich offensiv im Vergleich zu den letzten Spielen deutlich verbessert präsentiert. 20 Torschüsse konnten die Norddeutschen verbuchen. Zweimal scheiterten sie an der Latte, Filip Kostić vergab außerdem noch einen Foulelfmeter. Kapitän Gōtoku Sakai trauerte den vergebenen Möglichkeiten hinterher: „Wir sind von Anfang an gut aufgetreten. Dass wir das Tor nicht machen und selbst einen Elfmeter vergeben, ist bitter.“

- Anzeige -

Hollerbach möchte den Klassenerhalt trotz der Mammutaufgabe noch nicht abschreiben. „Es liegt in meiner Natur, niemals aufzugeben. Wir haben noch neun Endspiele. Natürlich brauchen wir ganz außergewöhnliche Wochen, aber es ist theoretisch noch möglich. Wir schenken nichts ab und geben nicht auf“, stellte der 48-Jährige klar. „Ich muss die Mannschaft aber wieder aufrichten. Mehr kann ich heute auch nicht machen, ich muss auch erst einmal drüber schlafen.“ Sportdirektor Jens Todt zeigte sich erschüttert über den Ausgang der Partie: „Die Enttäuschung ist tief und riesengroß. Wir sind ein bisschen sprachlos.“

Schipplock: „Hätten Spiel heute gewinnen müssen“

Der Rückstand auf den Relegationsrang beträgt weiterhin sieben Zähler bei nur noch neun ausstehenden Partien. Am nächsten Wochenende gastieren die „Rothosen“ zu allem Überfluss auch noch beim souveränen Tabellenführer FC Bayern München. Der Klassenerhalt würde mittlerweile an ein Wunder grenzen. „Vorher haben wir auch schon zweigleisig geplant, das macht der HSV seit fünf Jahren“, antwortete Todt auf die Frage nach dem Abstiegsfall. Selbst bei den Spielern ist die Hoffnung nicht mehr allzu groß. „Ich bin auch Realist genug, um zu wissen, dass wir dieses Spiel heute gewinnen hätten müssen, um uns eine Restchance im Schlussspurt offen zu lassen“, stellte Stürmer Sven Schipplock fest.

Die Resonanz der Anhänger ließ an der weiteren Zukunft des HSV ebenfalls kaum einen Zweifel offen. „Absteiger, Absteiger“, schallte es nach dem Abpfiff durch das Volksparkstadion. Ein Transparent mit der Aufschrift „Danke für nichts, ihr Söldner. RIP Dino“ war zu sehen. Die Fans des Hamburger SV scheinen nach dem 0:0-Unentschieden im zum Endspiel stilisierten Kellerduell jeglichen Glauben an ihre Mannschaft verloren zu haben. Nun liegt es am Verein, zumindest zu versuchen, das Wunder in den verbleibenden neun Partien doch noch zu schaffen.