Hannover empfängt Stuttgart zum Kellerduell

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Das Kellerduell des siebten Spieltags steigt bei Hannover 96: Sowohl die Niedersachsen als auch die Gäste vom VfB Stuttgart hoffen am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) auf frische Euphorie vor der Länderspielpause. Während die Schwaben jüngst den ersten Saisonsieg feierten, setzte es für Hannover zuletzt vier Niederlagen in Serie.

Hannover war vor Saisonbeginn nicht unbedingt in der Abstiegszone erwartet worden. Nach nur zwei Punkten aus den ersten sechs Spielen aber stecken die Niedersachsen ganz tief unten drin. Schlimmer noch: Diese beiden Zähler wurden an den ersten beiden Spieltagen gesammelt, gegen Bremen (1:1) und Dortmund (0:0) gab es jeweils ein Unentschieden. Seitdem zeigt die Formkurve steil nach unten, Niederlagen gegen Leipzig (2:3), Nürnberg (0:2), Hoffenheim (1:3) und zuletzt gegen Frankfurt (1:4) schlossen sich an. André Breitenreiter forderte daher für das Duell mit Stuttgart von seinem Team volle Konzentration ein: „Das Wichtigste ist, auf uns selbst zu schauen und aggressiv zu sein“, sagte der Hannover-Trainer. „Wir müssen so viel investieren, wie wir können – das Maximale.“ Dabei hoffte Breitenreiter vorab noch, dass es bei Niclas Füllkrug für einen Einsatz reicht. Der Angreifer hatte nach der Frankfurt-Partie wegen einer Kapselzerrung im rechten Sprunggelenk aussetzen müssen. Angesichts der Bedeutung des Spiels ist ein Einsatz Füllkrugs aber wahrscheinlich, zumindest als Joker dürfte der Stürmer auflaufen.

- Anzeige -

Kaum besser als Hannover steht Stuttgart dar: Auch die Schwaben erwischten einen katastrophalen Saisonstart, verbuchten in den vergangenen Wochen aber einen Aufwärtstrend. Nach dem Aus im DFB-Pokal gegen Rostock (0:2) und zwei Niederlagen gegen Mainz (0:1) und Bayern (0:3) gab es Unentschieden gegen Freiburg (3:3) und Düsseldorf (0:0). Auf die anschließende 0:2-Niederlage in Leipzig folgte am vergangenen Wochenende der erste Sieg: Mit 2:1 setzte sich der VfB durchaus überraschend gegen Bremen durch. Geht es nach Tayfun Korkut, dann ist die Krise damit bereits abgewendet. „Wir wollen den nächsten Etappensieg einfahren und uns Schritt für Schritt an das Mittelfeld heranpirschen“, sagte der VfB-Trainer vor dem Duell mit Hannover. Zurückgreifen kann er dabei voraussichtlich auf Daniel Didavi, der zuletzt an Achillessehnenproblemen laboriert hatte. Die Situation beim Gegner will Korkut derweil möglichst ausblenden: „Wir haben die Möglichkeit, nachzulegen“, sagte er, „darauf konzentrieren wir uns – nicht darauf, wie die Situation bei Hannover ist.“

Hannover 96: Esser – Sorg, Anton, Wimmer, Albornoz – Schwegler, Walace – Bebou, Haraguchi – Asano, Füllkrug

VfB Stuttgart: Zieler – Beck, Baumgartl, Pavard, Insúa – Castro – Ascacíbar, Gentner – Didavi – Gómez, González

Es dürfte kaum ein Feuerwerk geben am Samstag in Hannover, zu verunsichert agierten 96 und Stuttgart zuletzt. Statt technischer Brillanz sind Grundtugenden gefragt. Entsprechend äußerte sich vorab bereits VfB-Trainer Korkut: Es gehe nicht um die taktische Ausrichtung, sondern „vielmehr darum, mit welchem Willen und welcher Einsatzbereitschaft“ die Mannschaften ins Spiel gehen würden, sagte der 44-Jährige. Kaum zu überschätzen ist dabei die Bedeutung der Begegnung. Der Verlierer des Duells der beiden Aufsteiger von 2017 nämlich steckt mächtig im Schlamassel – und wird während der Länderspielpause einige Zeit zum Nachdenken bekommen. Für den jeweiligen Trainer könnte es womöglich eng werden.