Harnik und die leichte Frage nach dem Wunschgegner

Foto: Selim Sudheimer/Bongarts/Getty Images

Sein enormes Potenzial in der Offensive hat der SV Werder Bremen beim Spaziergang ins Achtelfinale unter Beweis gestellt. Den Pokalschwung will die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt nun in die Liga mitnehmen, das Gedränge um die Plätze in der Startelf ist groß.

Das Wunschlos für das Achtelfinale? Martin Harnik fackelte nicht lange. „Am liebsten gegen den HSV“, sagte der Stürmer hastig und schob mit einem breiten Grinsen hinterher: „Natürlich zu Hause.“ So angriffslustig wie nach dem souveränen 5:1 (3:1) im DFB-Pokal beim Viertligisten SC Weiche Flensburg hatte sich Harnik auch zuvor auf dem Platz präsentiert. Nach 66 Minuten eingewechselt, überzeugte der Österreicher bei seinem Comeback nach überstandener Muskelverletzung auf Anhieb mit einem Doppelpack (76., 80.) – und gab eine perfekte Bewerbung für einen Platz in der Startelf beim Ligaspiel am Sonntag (18 Uhr) beim 1. FSV Mainz 05 ab.

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„Die zwei Tore waren wichtig für mich, weil der Konkurrenzkampf so groß ist“, sagte Harnik mit Blick auf das breite Angebot in Bremens Abteilung Attacke. Mehr als einen Monat hatte der 31-Jährige kein Pflichtspiel mehr für die Grün-Weißen bestritten und musste tatenlos zusehen, wie andere Spieler offensive Akzente setzten. Auch in Flensburg konnte sich der Bundesliga-Vierte voll auf seine Angriffspower und Vielseitigkeit verlassen. Während die etatmäßigen Stammkräfte Max Kruse und Yūya Ōsako eine Verschnaufpause erhielten, wirbelten in vorderster Front Oldie Claudio Pizarro, Florian Kainz und Johannes Eggestein. Pizarro (8.) und Kainz (37.) trafen wie Harnik, Eggestein holte den Elfmeter zum fünften Bremer Tor durch Davy Klaassen (44.) heraus.

Bremen setzt voll auf den Angriff

Werder-Trainer Kohfeldt freut sich über das breite Angebot an Stürmern, Unmut der Spieler oder gar öffentlichen Ärger über seine Auswahl gibt es bislang keinen. „Alle nehmen diese Rollen an. In der Kabine sitzt keiner und schmollt. Das ist wirklich toll“, sagte Kohfeldt. Durch den ungefährdeten Pokalerfolg hat Werder schnell wieder in die Spur gefunden. Die 2:6-Klatsche drei Tage zuvor in der Liga gegen Bayer 04 Leverkusen scheint aus den Köpfen heraus zu sein, auch wenn Kohfeldt betonte, dass es „keine Reaktion nach Sonntag“ gebraucht hätte. Nun gehe der Blick nach Mainz. „Dort wollen wir nach dem Spiel 20 Punkte haben“, meinte Kohfeldt. Heißt: Bremen spielt auf Sieg.

Zumindest mit einem Auge werden die Werder-Fans am Sonntagabend aber nach Dortmund schauen, um zu sehen, ob Harniks Wunsch nach einem Nordderby bei der Auslosung im Deutschen Fußballmuseum in Erfüllung geht. Der Rest der grün-weißen Belegschaft hielt sich hinsichtlich eines Lieblingsgegners für das Achtelfinale übrigens zurück. „Es reicht ja, wenn einer diesen Wunsch äußert“, sagte Sportchef Frank Baumann.