Hasebe: Erfolgsgarant im Schatten seiner Kollegen

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Alles spricht vom „magischen Dreieck“ – doch Makoto Hasebe ist der heimliche Star beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt. In seiner Heimat wurde der Defensivspezialist jetzt ausgezeichnet.

Die Reise in den Oman passte nicht in den Terminkalender von Hasebe. Als die asiatische Konföderation AFC am Mittwoch bei der Gala in Maskat die Preise für ihre besten Fußballer verlieh, stand für den Japaner in Diensten von Eintracht Frankfurt schließlich die Vorbereitung auf das Spiel in der Europa League gegen Olympique Marseille auf dem Programm. Und so konnte der 34-Jährige die Auszeichnung zu „Asiens internationalem Fußballer des Jahres“ nicht persönlich entgegennehmen. So ähnlich ergeht es Hasebe derzeit auch in seiner deutschen Wahlheimat. Den Dank der Medien und der Fans für den Höhenflug der Eintracht in der Bundesliga nimmt in erster Linie das „magische Dreieck“ um die Offensivstars Ante Rebić, Luka Jović und Sébastien Haller entgegen. Dass Hasebe auch einen gehörigen Anteil am dritten Tabellenplatz des DFB-Pokalsiegers hat, registriert nur eine Minderheit.

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Dabei haben die Frankfurter nicht nur die drittmeisten Tore der Eliteklasse erzielt (29), die Hessen haben gleichzeitig die drittwenigsten Gegentreffer (14) kassiert. Und das liegt vor allem an Hasebe. Seit Wochen glänzt der Routinier, der bereits 2009 mit dem VfL Wolfsburg deutscher Meister wurde, in seiner Rolle als eine Art moderner Libero in der Dreier-Abwehrkette. Hasebe ist fast immer da, wenn es brennt. Mit seinem herausragenden Stellungsspiel und seiner Übersicht unterbindet der dreimalige WM-Teilnehmer Angriffe der Gegner oft schon im Ansatz. Dabei muss Hasebe oft gar nicht in den Zweikampf gehen, er antizipiert die Situation und läuft die Bälle ab. Szenenapplaus nach einer Defensiv-Aktion Hasebes gehört in der Frankfurter Arena mittlerweile zum Alltag. „Er weiß einfach, was er tut“, lobte Torhüter Kevin Trapp zuletzt seinen Vordermann, der ihm viel Arbeit abnimmt.

Saison des Japaners startete durchwachsen

Dabei sah es zu Saisonbeginn gar nicht danach aus, dass Hasebe im Konzept des neuen Trainers Adi Hütter eine tragende Rolle übernehmen könnte. Als Folge der WM-Endrunde war der Ex-Kapitän der „Blue Samurai“, der direkt nach dem Achtelfinal-Aus der Japaner gegen Belgien (2:3) seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt hatte, körperlich und geistig ausgelaugt. „Ich hatte keine große Lust auf Fußball“, sagte er beim Blick zurück. Erst am vierten Spieltag kam Hasebe, der 2011 mit Japan die Asien-Meisterschaft gewonnen hatte, zu seinem ersten Einsatz.

Die stetig ansteigende Form des 114-maligen Nationalspielers führte dazu, dass Hütter zu seiner taktischen Formation fand. Die Wechselspiele zwischen Vierer- und Dreierkette gehören weitgehend der Vergangenheit an – mit Hasebe in der Zentrale setzt Hütter auf drei Verteidiger. Ein Grund für die neue Stärke Hasebes ist das Ende seiner Nationalmannschafts-Karriere. War der Mann aus Fujieda über ein Jahrzehnt in jeder Länderspielpause um den halben Erdball gereist, kann er nun öfter regenerieren. „Es tut gut, mal die Beine hochlegen zu können“, betone Hasebe und ergänzte: „Und es ist schön, mit der Familie spazieren zu gehen.“