Hecking erfindet sich und Gladbach neu

Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Der erfahrene Trainer Dieter Hecking hat sich bei Borussia Mönchengladbach ein Stück weit neu erfunden. Eine Vertragsverlängerung bei den „Fohlen“ scheint aktuell nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Auf seinen Hund hört Hecking eher nicht, wenn es um seine Zukunft als Trainer geht. „Balou ist nicht wie Cando“, sagt der VfL-Coach über seinen Bernersennen-Mischling, der anders als der Vierbeiner von Jupp Heynckes mehr am Laufen als am Bellen interessiert ist. „Wenn ich die Joggingschuhe raushole, freut er sich bei Wind und Wetter. Am Ende hängt bei uns beiden die Zunge raus“, berichtete Hecking, der in der Nähe von Bad Nenndorf einen Bauernhof besitzt. Der 54-Jährige muss sein Trainer-Schicksal also selbst in die Hand nehmen. Und das macht er mit den Gladbachern derzeit höchst erfolgreich.

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Heckings Vertrag läuft am Saisonende aus, dennoch verzichteten beide Seiten bislang auf eine Verlängerung. Wohl auch, weil die vergangene Rückrunde eher mäßig verlief und Heckings Rückhalt bei den Fans schwand. Inzwischen hat sich die Stimmung gedreht, die Vertragsverlängerung scheint nur noch eine Frage der Zeit. „Noch in diesem Jahr“ werde er sich mit Sportdirektor Max Eberl an einen Tisch setzen, kündigte Hecking unlängst an: „Max wird den Zeitpunkt bestimmen. Dann wird man sehen, ob wir verlängern, oder ob wir den Vertrag auslaufen lassen.“ Wobei alles für die erste Variante spricht.

Eberl: „Dieser Mann hat Herzblut für den Verein“

„Dieser Mann hat Herzblut für diesen Verein, er gibt alles für Borussia“, hatte Eberl den Borussia-Mitgliedern Anfang des Jahres auf der Jahreshauptversammlung zugerufen, als die Kritik am lautesten war. Hecking war Ende 2016 als Nachfolger von André Schubert gekommen – mit dem Eberl wenige Wochen zuvor verlängert hatte. Vielleicht sehen beide Seiten auch deswegen keinen Grund zur Eile. Hecking führte die Borussia mit der zweitbesten Rückrunde der vergangenen 20 Jahre vom 14. auf den neunten Platz, erreichte das DFB-Pokal-Halbfinale und das Achtelfinale in der Europa League. In der folgenden Saison blieb eine weitere Entwicklung allerdings aus. Das ist nun anders, Hecking hat nicht nur sich ein Stück weit neu erfunden.

Das in Gladbach fest verankerte 4-4-2 ist einem 4-3-3 gewichen, zudem stellt er auch während des Spiels gerne um. Weniger Verletzungssorgen und starke Neuzugänge machen es möglich. Vor allem Alassane Pléa erwies sich als echte Bereicherung, Rang drei ist die Belohnung. „Ich habe mich im Sommer mit Max Eberl zusammengesetzt und wir haben die Situation analysiert. Wenn ich jetzt sehe, wie viel Qualität wir im zentralen Mittelfeld haben, darum beneiden uns viele Vereine“, sagt Hecking. Das nächste längere Gespräch dürfte daher mit einem neuen Vertrag enden. „Wir haben uns bislang noch nicht verständigt, wann und wie wir reden“, sagte Eberl. „Aber dass wir miteinander reden werden, ist selbstverständlich.“