Hecking verlängert in Gladbach

Foto: Odd Andersen/AFP/Getty Images

Lachend posierten Dieter Hecking und Max Eberl bei ihrem gemeinsamen Handschlag für die Fotografen – die Vertragsverlängerung des Gladbacher Trainers sorgte beim Tabellenzweiten der Bundesliga allseits für große Freude.

„Die aktuelle sportliche Entwicklung ist sehr positiv, dies ist ganz eng mit Dieter Hecking verbunden“, sagte Sportdirektor Eberl, nachdem er die Verlängerung mit dem 54-Jährigen um ein Jahr bis Juni 2020 unter Dach und Fach gebracht hatte. So unaufgeregt und vertrauensvoll die Zusammenarbeit zwischen den beiden „Machern“ des Gladbachers Höhenflugs ist, so entspannt kommentierten beide auch die Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit. „Mir hätte auch ein Handschlag gereicht“, sagte Eberl und berichtete von äußerst positiven Gesprächen: „Diese Gier, diese Lust, diese Ambitionen und diese Ruhe haben mir gut gefallen.“ Und Hecking erklärte: „Es ist außergewöhnlich für mich, in welcher Form wir zusammenarbeiten. Beide Seiten wissen, was sie aneinander haben.“ Durch den derzeitigen Erfolg der Gladbacher war die Vertragsverlängerung mit dem Coach, der Ende Dezember 2016 die Geschicke beim fünfmaligen Meister übernahm, ohnehin eine logische Konsequenz.

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Tabellenplatz zwei, attraktiver Fußball, dazu mit dem 3:0 beim FC Bayern München ein vielumjubelter Höhepunkt: Mehr „Bewerbungsschreiben“ kann ein Coach kaum abgeben. „Wir stehen da zurecht“, betonte Eberl vor der Partie gegen Hannover 96 am Sonntag (18 Uhr). Dabei war Hecking in der vergangenen Saison unter den Fans alles andere als unumstritten. Nachdem er zunächst den Klub mit der zweitbesten Rückrunde der vergangenen 20 Jahre von Platz 14 auf neun geführt und das Pokal-Halbfinale erreichte hatte, blieb danach die Entwicklung aus. Eberl sah sich gezwungen, den Trainer auf der vergangenen Jahreshauptversammlung vehement zu verteidigen. Doch inzwischen hat sich der Wind gedreht. Letztendlich zahlte sich die Rückendeckung aus. Das Verhältnis zwischen Eberl und Hecking ist vertrauensvoll, dementsprechend geräuschlos verliefen die Verhandlungen.

„Ich hab kein trauriges Gesicht gesehen“

„Ich bin nun schon seit fast zwei Jahren bei Borussia und kann sagen, dass ich mich hier in Gladbach unglaublich wohl fühle“, sagte Hecking. „Die Unaufgeregtheit, mit der wir diese Vertragsverlängerung vereinbart haben, zeugt auch vom großen Vertrauen, das zwischen dem Klub und mir herrscht.“ Dafür ist offenbar auch die Vertragslaufzeit ein Zeugnis. Beide Seiten können mit der Verlängerung um „nur“ ein Jahr gut leben. „Ich brauchte diese Absicherung nicht mehr für mich. Ich bin nicht drauf aus, eine hohe Abfindung zu bekommen“, sagte Hecking. Und dass unter der womöglich ungeklärten Zukunft die sportliche Leistung nicht leiden muss, zeigen die Gladbacher bereits in dieser Saison. „Es ist auch ein Zeichen an die Mannschaft“, sagte Hecking und berichtete, Eberl habe am Freitagmorgen auch dem Team die Nachricht mitgeteilt: „Ich hab kein trauriges Gesicht gesehen. Das ist erstmal ein gutes Zeichen.“