Heckings taktischer Coup, keine Ruhe um den Videobeweis

Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Borussia Mönchengladbach sorgte mit dem 2:0-Erfolg gegen Bayer 04 Leverkusen für ein Ausrufezeichen. Trainer Dieter Hecking bewies dabei das richtige Händchen mit der Aufstellung. Diskussionen gab es dagegen wieder über den Videobeweis und die Schiedsrichterleistungen. Top und Flop des 1. Spieltags.

Top: Heckings taktischer Coup
Bayer Leverkusen galt im Vorfeld des Ligastarts dank einigen starken Transfers erneut als heißer Anwärter auf das europäische Geschäft. Gladbach dagegen hatte auch in der Vorbereitung mit Verletzungen zu kämpfen und ging daher als leichter Außenseiter ins kleine Rheinderby. Hecking überraschte mit einem 4-3-3-System und ließ die eigentlich etablierten Mittelfeldspieler Christoph Kramer und Denis Zakaria auf der Bank. Stattdessen besetzten Jonas Hofmann und Florian Neuhaus die Achter-Positionen. Der Schachzug ging auf: Die „Fohlen“ beherrschten die Partie über weite Strecken und bezwangen die „Werkself“ mit 2:0. Das Ergebnis hätte noch höher ausfallen können, Bayer-Keeper Ramazan Özcan parierte unter anderem einen Strafstoß von Thorgan Hazard. Heckings Systemumstellung funktionierte wunderbar, Hofmann und Neuhaus harmonierten auf den Halbpositionen. Mit diesem starken Auftakt untermauerten die Gladbacher ihre Ambitionen.

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Flop: Videobeweis
Hatten einige Offizielle nach der WM die Hoffnung gehegt, dass der Videobeweis und seine Durchführung nun auch in der Bundesliga für weniger Negativschlagzeilen sorgen könnten, sehen sie sich bereits nach dem ersten Spieltag getäuscht. Ob im Eröffnungsspiel des FC Bayern München gegen die TSG 1899 Hoffenheim (3:1), als Bastian Dankert dem Rekordmeister nach einem diskussionswürdigen Zweikampf einen Elfmeter zusprach und der Video-Assistent nicht eingriff, oder beim 2:1-Sieg des VfL Wolfsburg gegen den FC Schalke 04, als Patrick Ittrich gleich zweimal die Farbe einer Karte nachträglich änderte: Es kommt auch in der neuen Spielzeit keine Ruhe in die Angelegenheit, die Diskussionen bleiben emotional. Einige benachteiligte Trainer ließen es sich nicht nehmen, sofort wieder für die Abschaffung des Videobeweises zu plädieren. Die Hoffnung, dass sich die Einführung der Hilfstechnik in der zweiten Saison auch in der öffentlichen Darstellung bewähren wird, ist vorerst verschwunden.