Heldt stinksauer: „Soll er die Hände in der Kabine lassen?“

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Nach dem kurzen Aufwärtstrend kassierte Hannover 96 mit dem 1:2 (0:1) gegen den FC Augsburg einen herben Rückschlag. Vor allem der Handelfmeter zum 0:2 sorgte für Diskussionen. Horst Heldt war nach Kräften bemüht, Verständnis für den Mann mit der Pfeife zu zeigen.

„Der Schiedsrichter hatte heute genau wie wir einen rabenschwarzen Tag“, sagte der 96-Sportdirektor nach der bitteren Pleite gegen Augsburg, die sein Team auf direktem Weg zurück in den Tabellenkeller katapultierte. Ganz so schnell wollte Heldt die Leistung von Referee Robert Kampka aber dann doch nicht abhaken. „Ich habe keinen Bock mehr, über so einen Mist zu reden. Wo soll er die Hände hintun? Soll er sie in der Kabine lassen?“, sagte Heldt über die wohl entscheidende Szene des Spiels. Genki Haraguchi hatte nach der Pause den Ball im eigenen Strafraum aus kürzester Distanz an die Hand bekommen, Alfreð Finnbogason erzielte nach hochdiskutablem Videobeweis per Elfmeter das 2:0 (63.).

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Die Szene passte zum insgesamt schwachen Auftritt der 96er. Schon nach acht Minuten ging der FCA durch Rani Khedira in Führung, der Anschlusstreffer durch Ilhas Bebou (72.) kam zu spät. Das sah auch Heldt so. „Wir müssen anders auftreten, sonst wird es schwierig für uns“, sagte er. Doch schwierig ist die Ausgangslage der Niedersachsen in der Bundesliga schon jetzt. „Wir brauchen keine Wachmacher, wir brauchen eine konstante Leistung über 90 Minuten“, sagte auch Trainer André Breitenreiter. Mit sechs Punkten und nur einem Sieg in der Bundesliga stand Hannover am Samstagabend wieder auf dem Relegationsplatz zur 2. Liga. Nur ein Punkt trennt die Mannschaft von Breitenreiter von Tabellenschlusslicht Fortuna Düsseldorf.

„Wir dürfen uns nicht verrückt machen“

„Wir hatten Selbstvertrauen getankt in den letzten beiden Spielen und gute Leistung geboten“, sagte Breitenreiter. Die Partie gegen Augsburg habe er sich deswegen „von Beginn an anders vorgestellt“. Vier Punkte hatte Hannover in den beiden vergangenen Partien gesammelt. Doch statt den Aufwärtstrend zu nutzen und mit Punkten an den Gegner aus Augsburg und die Tabellenmitte aufzuschließen, heißt die Gegenwart weiter Abstiegskampf. Die Mannschaft zeigte sich ineffektiv vor dem Tor und ließ den Großteil des Spiels die Konstanz vermissen – die zuletzt gezeigte Leistungssteigerung war verpufft.

Viel Zeit bleibt Breitenreiter nicht, um seine Mannschaft wieder in die richtige Spur zu lenken. Schon am Dienstag (18.30 Uhr) trifft Hannover im Derby in der zweiten Runde des DFB-Pokals auf den VfL Wolfsburg, am folgenden Samstag (15.30 Uhr) muss Hannover zum FC Schalke 04. „Wir dürfen uns nicht verrückt machen“, sagte Torschütze Bebou. „Natürlich haben wir Lust, in die nächste Runde zu kommen. Gegen Wolfsburg müssen wir aber natürlich unsere Leistung bringen.“