Herrlich fühlt sich trotz RB-Pleite weiterhin „mutig“

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Für Cheftrainer Heiko Herrlich wird die Luft bei Bayer 04 Leverkusen nach dem 0:3 in Leipzig wieder dünner. Die Rheinländer zeigten in der sächsischen Landeshauptstadt einen uninspirierten Auftritt.

Am Morgen danach war bei Bayer aber erst mal alles wie immer: Herrlich stand auf dem Trainingsplatz und ordnete beim Bundesligisten die Übungen an. Doch nach dem einfallslosen Auftritt bei RB Leipzig und wachsender Abstiegsgefahr könnte sich die Diskussion um den Leverkusener Übungsleiter wieder verstärken. „Ich fühle mich mutig und habe genug Kraft, um der Mannschaft vorzuleben, wie man die richtige Mentalität findet“, sagte Herrlich nach dem Training. Die nächste Aufgabe gegen den VfB Stuttgart nach der Länderspielpause sei ein richtungsweisendes Spiel, „wir stehen in der Pflicht zu gewinnen“, meinte der Coach.

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Der Auftritt der „Werkself“ in der Leipziger Red Bull Arena war trotz der technisch starken Individualisten in der Offensive harmlos und taktisch unzureichend. Und das muss sich Herrlich ankreiden lassen. Die „Roten Bullen“ unterbanden in der Zentrale geschickt die Leverkusener Konter und ärgerten den Gegner mit ihren offensiven Außenverteidigern – Bayer hatte darauf keine passende Antwort. „Das war von uns ohne Struktur auf dem Platz. Jeder Spieler mit Ball hatte das Gefühl, allein zu sein“, kritisierte Angreifer Kevin Volland. „Leipzig war frischer in der Birne und schneller in den Zweikämpfen. Aber sie haben auch am Donnerstag gespielt.“

Völler: „Weniger reden, mehr auf dem Platz zeigen“

Herrlich wirkte nach dem Abpfiff ratlos. „Die Niederlage ist absolut verdient. Wir haben keine Struktur in unser Spiel bekommen, hatten einen schlechten Spielaufbau“, meinte der 46-Jährige. Alle drei Gegentore seien durch Einwürfe eingeleitet worden. „Das ist umso ärgerlich, weil wir wussten, dass Leipzig das vorhatte“, sagte Herrlich. Nach den Siegen im DFB-Pokal und in der Europa League bekommt Bayer in der Liga weiter kein Bein auf die Erde, obwohl das Team bis zur Winterpause die Aufholjagd in Richtung der Europapokal-Plätze starten wollte. Mit elf Punkten ist der Relegationsplatz nur noch zwei Zähler entfernt – und damit deutlich näher.

Am Montag meldete sich auch Bayer-Geschäftsführer Rudi Völler zu Wort und forderte baldige Besserung von den Profis. „Jeder Einzelne ist gefordert“, sagte der 58-Jährige bei Sky Sport News HD. „Im kommenden Spiel gegen Stuttgart können die Spieler beweisen, dass sie richtige Kerle sind.“ Völler versuchte die Mannschaft anzuspornen und fuhr in seiner Replik fort: „Es gilt für alle: Weniger reden, mehr auf dem Platz zeigen. Wir können es definitiv besser, das haben wir schon mehrfach bewiesen.“