Herrlich genießt weiter Völlers Vertrauen

Foto: Robert Hradil/Bongarts/Getty Images

Rudi Völler meisterte auch die letzte Herausforderung an diesem Tag mit Ruhe und Gelassenheit. Der Sport-Geschäftsführer von Bayer 04 Leverkusen hatte die Ärmel hochgekrempelt und den Arm lässig an das Fenster gelehnt, als er sich in seiner dunklen Limousine in den berüchtigten Freiburger Stadt-Stau begab. Völler wirkte entspannt und geduldig – Tugenden, von denen in diesen Tagen vor allem Heiko Herrlich profitiert.

Denn der Trainer darf trotz der vorhandenen Kritik von Teilen der Medien auch nach dem 0:0 beim SC Freiburg weitermachen. Und Herrlich ließ keinen Zweifel daran, dass er seine Mannschaft mit aller Macht aus der unteren Tabellenregion führen will. „Der Verein darf sich darauf verlassen, dass ich bei der täglichen Arbeit mein Bestes geben werde, um das Team bestmöglich weiterzuentwickeln“, versicherte der Ex-Nationalspieler. Sorgen müsse man sich trotz sieben Punkten nach sieben Partien und Rang 14 nicht machen, denn „der Trend geht in die richtige Richtung“ – fehlender Glanz hin oder her.

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Tatsächlich dürften die zuletzt erzielten Resultate nur bei wenigen Vereinen als Grund für eine Trainerdiskussion taugen. Von den vergangenen sechs Pflichtspielen gewann die „Werkself“ vier, die einzige Niederlage hatte es gegen Tabellenführer Borussia Dortmund (2:4) gesetzt. „Allerdings hinkt uns ein bisschen der Saisonstart hinterher“, sagte Herrlich mit Blick auf die drei Auftaktpleiten. Dass in einer solchen Phase dann Zweifel an seiner Person laut werden, „das weiß man schon, bevor man den Vertrag unterzeichnet“, antwortete der Coach auf die Frage nach der persönlichen Situation. „Da ist die Kritik dann berechtigt.“

„Es gibt keine Trainerdiskussion bei uns“

Nach der trostlosen Nullnummer im Breisgau, die den Skeptikern angesichts der schwachen spielerischen Leistung erneut Nahrung gegeben hatte, stellte sich der 46-Jährige jedoch schützend vor seine Spieler. „Die Jungs rufen alles ab und kämpfen, sie waren sehr engagiert“, sagte Herrlich, der den Punkt am Sonntag bei einem „ekelhaften Gegner“ als „Erfolg“ einordnete. Ähnlich bewertete Abwehrchef Sven Bender die Situation. „Wir sind dabei, uns alles zu erarbeiten. Jeder muss weiter bereit sein, Gas zu geben, um uns Schritt für Schritt da rauszuziehen“, sagte der 29-Jährige, der gestand: „Uns fehlt die Überzeugung.“ Allerdings nicht am Trainer, wie Bender betonte: „Wir haben unter Heiko Herrlich gezeigt, dass wir gut spielen können“, sagte er. „Wir haben insgesamt aber eben noch nicht das umgesetzt, was der Trainer von uns erwartet.“ Dass nun eine Trainerdiskussion aufkommt, sei daher „sehr schade“. Auch Völler war deshalb um Ruhe bemüht und tat sein Möglichstes, um diese wieder zu erreichen. „Dass wir mit anderen Trainern gesprochen haben, ist völliger Schwachsinn“, sagte er. „Es gibt keine Trainerdiskussion bei uns.“