Herrlich mit Bayer in Bremen unter Druck

Foto: Sascha Schuermann/AFP/Getty Images

Der SV Werder Bremen bekommt es vor heimischer Kulisse am Sonntag (18 Uhr) im Weserstadion mit Bayer 04 Leverkusen zu tun. Dabei könnten die Norddeutschen womöglich der letzte Gegner werden, den Heiko Herrlich als Trainer der „Werkself“ in der Bundesliga zu schlagen versucht.

Bei Werder scheint aktuell alles nach Maß zu laufen. Selbst dann, wenn die Mannschaft mal keinen guten Tag erwischt, stehen am Ende drei Punkte. So geschehen beim 2:0-Sieg gegen den FC Schalke 04. Zwar kamen die Norddeutschen gegen die „Knappen“ nicht zu vielen Chancen und konnten ihre starke Offensive nicht wie gewohnt ausspielen. Maximilian Eggestein aber erwischte einen Sahnetag und traf mit zwei Schüssen zweimal ins Schalker Netz. Damit hielt der Mittelfeldspieler seine Mannschaft in der Spitzengruppe der Tabelle. Mit 17 Punkten stehen die Bremer nach den Samstagsspielen auf dem vierten Tabellenplatz, bei einem Sieg gegen Leverkusen winkt Rang zwei. Der Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund würde dann nur noch einen Zähler betragen. Werder-Coach Florian Kohfeldt ließ es sich dennoch nicht nehmen, im Vorfeld der Partie vor der „Werkself“ zu warnen. „Ungeachtet der aktuellen Probleme hat Leverkusen eine klare Spielidee, in jeder Partie richtig gute Phasen und hohe individuelle Qualität“, sagte er. Unter der Regie des 36-Jährigen haben die Grün-Weißen in den vergangenen zwölf Monaten kein einziges Heimspiel verloren.

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Bayer steckt in der Krise. In der Liga haben die Rheinländer nach acht Spieltagen nur acht Punkte auf dem Konto und stecken im unteren Tabellendrittel fest. Da kam das Europa League-Spiel beim FC Zürich unter der Woche eigentlich ganz recht. Leverkusen wollte sich Selbstvertrauen erarbeiten, wie Geschäftsführer Rudi Völler im Vorfeld mehrmals betonte. Dieser Schuss jedoch ging nach hinten los. Bayer unterlag mit 2:3 und reiste noch verunsicherter zurück, als die Mannschaft in der Schweiz angekommen war. Seit drei Spielen hat Leverkusen nicht mehr gewonnen. Die vergangenen Wochen sorgten dafür, dass die Kritik an Trainer Herrlich noch größer wurde. Mit dem zur Verfügung stehenden Kader müsse der Coach andere Ergebnisse einfahren, heißt es verständlicherweise. Herrlich selbst gibt sich noch kämpferisch: „Ich habe den Glauben nicht verloren, noch lange nicht. Diese Mentalität will ich auch der Mannschaft vorleben, um das Ruder rumzureißen.“ Fraglich ist, ob er bei einer Niederlage in Bremen weiterkämpfen darf.

SV Werder Bremen: Pavlenka – Gebre Selassie, Veljković, Moisander, Augustinsson – Şahin – Klaassen, M. Eggestein – Ōsako, Kainz – Kruse

Bayer 04 Leverkusen: Hrádecký – Weiser, Tah, S. Bender, Wendell – Kohr, L. Bender – Bellarabi, Havertz, Brandt – Volland

Werder ist am Sonntagabend der klare Favorit. Die Bremer sind in Topform und Leverkusen hat sich schon in den vergangenen Duellen mit den Norddeutschen oft schwergetan. Selbst dann, wenn die eigene Form sehr gut war. Dass die „Werkself“ nun in der Krise punkten kann, ist unwahrscheinlich. Für Herrlich steht mehr als nur ein Sieg auf dem Spiel.