Herrlich: „Wir waren nicht überfordert“

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Die Enttäuschung stand Heiko Herrlich ins Gesicht geschrieben, der Trainer von Bayer 04 Leverkusen war nach dem missratenen Saisonauftakt im Derby bei Borussia Mönchengladbach komplett bedient. Nach einer guten ersten Halbzeit gab die „Werkself“ das Spiel in den ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte aus der Hand.

Das Fehlen einiger Routiniers um die verletzten Bender-Zwillinge Lars und Sven, Julian Baumgartlinger und Charles Aránguiz machte sich beim 0:2 (0:0) deutlich bemerkbar. „Wir waren nicht überfordert“, sagte Trainer Heiko Herrlich dennoch klar. „Wir haben es in der ersten Halbzeit ja gut gemacht. Natürlich ist klar, dass ein Lars Bender, Sven Bender und Charles Aránguiz uns mit ihrer Erfahrung weiterhelfen. Aber die Jungen müssen daran wachsen. Wir müssen einfach unsere klaren Möglichkeiten hier nutzen, um in Führung zu gehen“, betonte er mit Blick auf den Lattenkopfball von Leon Bailey (17.) oder die Großchance von Kevin Volland (33.).

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Vielmehr sah der Bayer-Coach Defizite im taktischen Verhalten nach der Pause. „Wir haben mit etwas weniger Intensität gegen den Ball gearbeitet und uns zwei schnelle Gelbe Karten geholt. Der Elfmeter war ein Geschenk, Gladbach hatte dann mehr Selbstvertrauen. Das zweite Tor fällt zu einfach mit zwei Doppelpässen“, meinte Herrlich. Zuspruch erhält er von Rudi Völler. „Wir haben das Spiel sicherlich in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit verloren. Wir müssen einfach in der ersten Hälfte die Tore machen“, sagte der Geschäftsführer. Für die ambitionierten Leverkusener war die Niederlage gegen einen Mitkonkurrenten um die europäischen Plätze ein erster kleiner Rückschlag. Bereits in der vergangenen Saison war Leverkusen schlecht aus den Startlöchern gekommen, den ersten Sieg gab es erst am vierten Spieltag. Am Ende fehlten diese Punkte für die Champions League.

Doppelschlag bringt Leverkusen auf die Verliererstraße

Ein Doppelschlag innerhalb von drei Minuten brachte Leverkusen auf die Verliererstraße. Zunächst foulte Aleksandar Dragović im Strafraum Florian Neuhaus, den Elfmeter verwandelte Jonas Hofmann (55.). Kurz darauf führte eine tolle Kombination zwischen Raffael und Torschütze Fabian Johnson (58.) zum Endstand. Zweifel an der Breite seines Kaders hat Herrlich (noch) nicht: „Ich habe immer gesagt, dass wir 20 Stammspieler brauchen für die Saison, wir haben nach wie vor genügend. Die Verletzten werden Schritt für Schritt zurückkommen. Solange wir noch nicht in einer englischen Woche sind, können wir das alles kompensieren.“ Mit den Spielen in der Europa League werden diese englischen Wochen jedoch zwangsläufig kommen. Damit der zweite Anzug dann sitzt, muss Herrlich noch einmal Hand anlegen.