Herrlichs Luft in Leverkusen wird dünner

Foto: Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images

Bayer 04 Leverkusen blieb bei der 2:3-Niederlage am Donnerstag in der Europa League beim FC Zürich zum vierten Mal in Folge sieglos. Die Luft für Cheftrainer Heiko Herrlich wird immer dünner.

Geschäftsführer Rudi Völler stapfte nach dem kurzen Rückflug missmutig in Richtung Ausgang des Flughafens Köln-Bonn, Herrlich folgte ihm mit versteinerter Miene zum Mannschaftsbus. Dem Coach war wenige Stunden nach der bitteren 2:3-Pleite in der Europa League beim FC Zürich am Gesicht abzulesen, dass er den Ernst der Lage erkannt hat und nach dem neuerlichen Rückschlag für die vor Saisonbeginn hochgehandelte und in der Bundesliga auf Platz 13 dümpelnde „Werkself“ mehr denn je um seinen Job fürchtet.

- Anzeige -

Herrlich, der im Letzigrund wieder mal viel mehr Schatten als Licht bei seiner von ihm offensichtlich schlecht präparierten Mannschaft gesehen hatte, helfen bis zum Ende des Monats wohl nur noch zwei Siege, wenn er seinen Kopf noch einmal aus der Schlinge ziehen will. Drei Punkte in der Liga beim SV Werder Bremen am kommenden Sonntag (18 Uhr) und drei Tage später ein Weiterkommen im DFB-Pokal bei Borussia Mönchengladbach könnten den 46-Jährigen retten. Nur gute Leistungen ohne Zählbares wären in der aktuellen Situation in diesen beiden Partien wohl zu wenig für Herrlich.

„Es tut weh, wie unsere Gegentore fallen“

„Im Moment ist es so, dass Vieles einfach gegen uns läuft. Es tut schon weh, wie unsere Gegentore teilweise derzeit fallen“, sagte Herrlich und versank einmal mehr in Selbstmitleid. Zu seiner eigenen Situation wollte er sich nach der neuerlichen defensiven Horrorshow seines Teams nicht äußern: „Die Situation ist so wie sie ist.“ Die Verantwortlichen um den neuen Bayer-Boss Fernando Carro und Völler hüllten sich ebenfalls in Schweigen, was dennoch viel aussagte. Immerhin gingen die Spieler mit sich selbst hart ins Gericht.

„Wir müssen uns an die eigene Nase packen. Wir haben viel zu wenig investiert. Im Moment machen wir alles falsch, was wir nur falsch machen können“, sagte Kai Havertz und ergänzte mit Blick auf das schwere Auswärtsspiel beim Tabellendritten an der Weser: „Jeder Einzelne hat Luft nach oben.“ Der in Zürich indisponierte Abwehrchef Sven Bender, dessen vermeintlicher Ausgleich zum 3:3 in der Nachspielzeit fälschlicherweise vom Schiedsrichter nicht anerkannt worden war, nahm seinen Trainer in Schutz. „Er stellt uns gut ein. Mir tut es sehr leid, dass wir es nicht schaffen, das umzusetzen“, meinte Bender. Dann appellierte er an seine Kollegen: „Wichtig ist, dass wir die Köpfe oben halten und weitermachen.“