Herrmann nach Remis: „Es ist ärgerlich“

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Dieter Hecking griff sich das Statistikblatt, er schaute kurz auf die Tabelle – und schon waren die Auswärtsmisere und die zwei verschenkten Punkte an alter Wirkungsstätte etwas weniger ärgerlich. Der nächste Gegner am kommenden Samstag (18.30) ist der FC Bayern München, der nach zuletzt zwei Spielen ohne Sieg auf Wiedergutmachung brennt.

„Das sieht nicht so schlecht aus. Mit den elf Punkten bin ich sehr einverstanden“, sagte Hecking nach dem 2:2 (1:1) beim VfL Wolfsburg mit Blick auf die Tabelle nach dem sechsten Spieltag. „Wenn wir nächste Woche immer noch unter den ersten Vier sind, wäre mir das recht.“ Seit sieben Monaten warten die „Fohlen“ in der Fremde mittlerweile auf einen Bundesliga-Sieg. In Wolfsburg lag ein Ende der „schwarzen Serie“ in der Luft, doch Gladbach verspielte eine zweimalige Führung durch Treffer von Torjäger Alassane Pléa (7.) und Thorgan Hazard (48.) leichtfertig.

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„Es ist ärgerlich“, sagte Patrick Herrmann, der das 2:1 mit einem feinen Dribbling vorbereitet hatte und sogar bester Zweikämpfer seines Teams war. „Wenn man zweimal führt, rechnet man sich natürlich einen Sieg aus.“ Auch Nationalspieler Matthias Ginter war nicht sonderlich glücklich über den Punkt: „Gefühlt war da mehr drin.“ Das frühe 1:0 durch Pléas vierten Saisontreffer hielt nur fünf Minuten, weil der 23-Millionen-Euro-Rekordeinkauf den Ausgleich mit einem haarsträubenden Fehlpass in die Füße von Torschütze Renato Steffen (12.) einleitete. Gladbachs erneute Führung wurde elf Minuten später durch VfL-Stürmer Wout Weghorst (59.) egalisiert, weil Ginter zu zögerlich agierte. „Mein Gefühl war bis zum 2:2: Wir haben es im Griff“, gab Hecking zu. Vielleicht waren sich seine Spieler auch etwas zu sicher gewesen.

Stindl erstmals wieder im Kader

Endet die Auswärtsmisere nun ausgerechnet in München? Beim 0:2 bei Hertha BSC seien die Bayern-Profis „nicht so auf Sendung“ gewesen, sagte Hecking. Er ließ offen, „ob das jetzt gut oder schlecht für uns ist“. Borussias Bundesliga-Debütant Michael Lang, der als rechter Verteidiger einen gelungenen Einstand feierte, gab sich wenigstens zuversichtlich: „Wir fahren auch da hin, um Punkte zu holen. Das muss immer das Ziel sein.“ Ob Lars Stindl für das Bayern-Spiel schon wieder ein Startelf-Kandidat ist, bleibt abzuwarten. Der Kapitän kehrte in Wolfsburg nach fünfmonatiger Verletzungspause immerhin erstmals in den Kader zurück. In der Kabine baute der Nationalspieler seine etwas niedergeschlagenen Kollegen auf, verriet Hecking: „Ich bin froh, dass unser Kapitän wieder an Bord ist.“