Hertha BSC und die Furcht vor dem Zorn des FC Bayern

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Nach dem ersten Punktverlust der Saison peilt der FC Bayern München im sechsten Bundesliga-Spiel den fünften Saisonsieg an. Hertha BSC fürchtet am Freitagabend den Zorn des deutschen Rekordmeisters, Trainer Pál Dárdai flüchtete sich vorab bereits in Galgenhumor.

„Extra in der Bibliothek“ sei er gewesen, flachste Dárdai vor dem Duell mit dem FC Bayern. Dort nämlich habe er das Buch „Wie schlägt man den FC Bayern?“ gesucht. Gefunden allerdings habe er es natürlich nicht, ergänzte der Hertha-Coach. Und dieser Umstand muss nicht einmal verwundern. Wenn es ein solches Buch nämlich geben würde, es wäre wohl stets verliehen. Und so muss Dárdai auf eigene Faust auf die Suche nach einem Mittel gehen, gegen die Münchner zu bestehen. Dabei darf seine Hertha durchaus auf eine bislang erfolgreiche Saison zurückschauen. Zwar unterlagen die Hauptstädter zuletzt 1:3 gegen Bremen, zuvor allerdings hatte es drei Siege und ein Remis gegeben. Und auch die Bilanz gegen den FC Bayern liest sich gar nicht mal so schlecht: Dreimal trotzte Dárdai dem Branchenprimus zuletzt ein Remis ab, mehr als ein 0:0, 2:2 und 1:1 war in den vergangenen anderthalb Jahren nicht drin gegen die Hertha für die Münchner.

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Unentschieden, dieses Wort hatte jüngst für Verdruss bei Niko Kovač gesorgt. Nach sieben Siegen in sieben Pflichtspielen nämlich hatte der 46-Jährige jüngst den ersten Punktverlust als Bayern-Coach hinnehmen müssen. Nur ein 1:1 hatte der Rekordmeister am Dienstag gegen den FC Augsburg erreicht. Entsprechend hofft Kovač nun auf eine Reaktion seiner Mannschaft: „Wir wollen in Berlin nachlegen und das mitnehmen, was wir liegen gelassen haben“, sagte der ehemalige Frankfurt-Trainer. Im Falle einer Niederlage schließlich könnte der FC Bayern sogar die Tabellenspitze an Borussia Dortmund verlieren – ein Szenario, an das beim Branchenprimus gar nicht zu denken ist. Anders als gegen Augsburg dürfte Kovač daher in Berlin auf seine vermeintlich beste Elf setzen, lediglich Leon Goretzka fällt nach einer Blessur aus dem FCA-Spiel aus. Außer dem Mittelfeldspieler seien „alle fit“, erklärte der Trainer.

Hertha BSC: Kraft – Lazaro, Stark, Rekik, Plattenhardt – Skjelbred, Maier – Kalou, Duda, Dilrosun – Ibišević

FC Bayern München: Neuer – Kimmich, Süle, Boateng, Alaba – Thiago – Robben, Müller, James, Ribéry – Lewandowski

Solide und vor allem defensivstark präsentierte sich die Hertha zuletzt, trotzdem allerdings gibt sich Dárdai keinen Illusionen hin: „Wenn sie einen Top-Tag haben, hast du keine Chance“, räumte der Hertha-Coach ein. Entsprechend wird er am Freitagabend die Daumen drücken, einen der schlechteren Tage des Rekordmeisters erwischt zu haben. Die Elf von Kovač allerdings wird sich keinen erneuten Ausrutscher leisten wollen und mit einer Menge Wut im Bauch und der bestmöglichen Aufstellung im Gepäck nach Berlin reisen. Alles andere als ein klarer Erfolg der Münchner wäre daher fast schon eine Sensation.