Hertha freut sich über wichtigen Punktgewinn

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Den Sieg verpasst, und doch viel gewonnen. Das hart erkämpfte Remis gegen die TSG 1899 Hoffenheim war für Hertha BSC ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis. Das unterstrich auch Trainer Pál Dárdai im Anschluss.

Unter ihren blau-weißen Bannern und Fahnen sangen die Fans von Hertha BSC leidenschaftlich ihre Hymne, und als die Mannschaft nach Spielende endlich vor die Kurve trat, brach lautstarker Jubel im Berliner Olympiastadion aus. In einer Begegnung, die lange verloren schien, hatte sich der Bundesligist gegen Hoffenheim ein spätes, aber verdientes 3:3 (1:2) erkämpft. Das Remis war nach dem Spielverlauf ein gefühlter Sieg. Zweimal drehten die Berliner einen Zwei-Tore-Rückstand, sie bewiesen Moral und wurden durch Kapitän Vedad Ibišević (12.), Mathew Leckie (71.) und Valentino Lazaro (87.) belohnt.

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Nach den schwachen Leistungen der vergangenen Wochen und den Querelen außerhalb des Platzes versöhnte der kämpferisch und phasenweise auch spielerisch überzeugende Auftritt die Beteiligten. „Das tut uns gut“, sagte Trainer Dárdai. Angreifer Davie Selke schwärmte von einem „geilen Spiel“, das „überragend wichtig“ gewesen sei. Die Stimmung bei der „Alten Dame“ war zuletzt schließlich deutlich ins Negative gekippt. Zwei klare und hochverdiente Niederlagen gegen RB Leipzig und Fortuna Düsseldorf, Fan-Krawallen in Dortmund und ein eskalierender Streit zwischen Ultras und Klubführung, dazu kein Sieg seit dem umjubelten Heimerfolg gegen Bayern München Ende September – für Positiv-Schlagzeilen sorgte Hertha BSC zuletzt nicht.

Burgfrieden scheint brüchig

Die Leistung gegen Hoffenheim war die dringend benötigte sportliche Trendwende, die sich aber nicht ausreichend im Ergebnis niederschlug. Die Sieglos-Serie hält weiter an. „Wir haben zu viele Unentschieden. Die Tabelle wird nach Punkten gemessen, wir brauchen einen Dreier“, sagte Dárdai, der dennoch zufrieden war. Offen bleibt, ob der Trainer weiter mit Störgeräuschen aus dem Umfeld umgehen muss. Wie brüchig der Burgfrieden zwischen Fans und Vereinsspitze zu sein scheint, wurde nach dem Spiel deutlich. Als die Fankurve die Mannschaft jubelnd in Empfang nahm, wurde auch ein provozierendes Banner gegen Geschäftsführer Paul Keuter („Keuter raus“) in die Höhe gehalten.

Der frühere Twitter-Manager wird wegen seiner Arbeit als Markenchef von Teilen der Fans immer wieder massiv angegangen und beschimpft. Auch das ist ein Grund für das gespaltene Verhältnis. Dabei hatte es gerade erst nach einer Aussprache eine Annäherung zwischen Fans und Verein gegeben. Für das Hoffenheim-Spiel hatte der Klub deshalb das Verbot von Spruchbändern und –bannern sowie Blockfahnen und Doppelhaltern wieder aufgehoben, das im Duell gegen Leipzig zu einem Stimmungsboykott geführt hatte. Grund für das Verbot waren die schweren Fan-Ausschreitungen in Dortmund gewesen.