Hertha trotzt Hoffenheim spät einen Punkt ab

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Zweimal mit zwei Toren in Rückstand, am Ende doch noch gepunktet: Hertha BSC hat sich am Samstagnachmittag mit viel Moral ein 3:3 (1:2) gegen die TSG Hoffenheim erkämpft. Für die Sinsheimer war es ein Rückschlag nach zuvor vier Bundesliga-Siegen in Serie.

Einige Verletzungen zwangen Pál Dárdai zu Veränderungen in seiner Startelf, fünf Neue brachte der Hertha-Coach im Vergleich zum 1:4 gegen Düsseldorf. Die verletzten Niklas Stark, Karim Rekik und Javairô Dilrosun sowie der gesperrte Maximilian Mittelstädt standen nicht zur Verfügung; Vladimír Darida nahm zudem erst mal auf der Bank Platz. Beginnen durften stattdessen Derrick Luckassen, Fabian Lustenberger, Marko Grujić, Marvin Plattenhardt und Mathew Leckie. Mit nur einem Wechsel gegenüber dem 2:1 gegen Augsburg begnügte sich Julian Nagelsmann: Der Hoffenheimer Trainer brachte Kevin Akpoguma für Leonardo Bittencourt.

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16-mal waren beide Teams bislang aufeinandergetroffen, torlos endete keine der Partien. Dass dies auch beim 17. Aufeinandertreffen nicht passieren würde, war nach nur 44 Sekunden klar. Kerem Demirbay nämlich nutzte die Schlafmützigkeit der Hertha-Abwehr und schoss Hoffenheim mit 1:0 in Führung (1.). Völlig unsortiert agierte die neu formierte Berliner Defensive in den ersten Minuten, die Strafe war das zweite Gegentor nur wenige Minuten nach dem ersten. Ein langer, unkontrollierter Ball von Oliver Baumann fand Andrej Kramarić, der das 2:0 besorgte (10.).

Kadeřábek und Kramarić ohne Glück

Geschlagen aber waren die Hauptstädter damit noch nicht, Vedad Ibišević nämlich besorgte das 1:2 (13.), nachdem Ondrej Duda im ersten Versuch noch an Baumann gescheitert war. Die Zuschauer erlebten einen rasanten Auftakt. Die Hertha wollte den Schwung nach dem Anschluss nutzen und erhöhte weiter das Tempo, Salomon Kalou aber musste sich Baumann beugen (18.).

Die Defensive blieb das große Manko der Hausherren, immer wieder wackelten Lustenberger, Luckassen und Co. Insbesondere die linke Seite der TSG mit Nico Schulz war brandgefährlich. Glück hatte die Hertha bei einem Schuss Pavel Kadeřábeks, den Plattenhardt auf der Linie blockte (29.). Kramarić lupfte zudem freistehend über das Tor (34.). Bei besserer Chancenauswertung hätte Hoffenheim die Partie frühzeitig entscheiden können. Bei einem der wenigen Hertha-Gegenstöße verfehlte Leckie das Tor (35.). Ohne weitere Treffer ging es schließlich in die Pause.

Bičakčić stellt Zwei-Tore-Führung wieder her

Ohne Wechsel ging es in Hälfte weiter, dabei erwischte Berlin den besseren Start. Leckie (49.) und Luckassen (51.) fehlte es allerdings an Präzision. Erst anschließend wurde Hoffenheim wieder stärker – und traf prompt. Völlig alleingelassen wurde Ermin Bičakčić bei einer Freistoßflanke von Demirbay aus dem Halbfeld, mühelos nickte der Abwehrspieler zum 3:1 ein (55.). Wenig später war Bičakčić zudem hinten zur Stelle, als er Ibišević blockte (58.). Angesichts des Zwei-Tore-Rückstands erhöhte Dárdai das Risiko: Davie Selke kam für Duda (61.).

Und geschlagen war die Hertha keineswegs. Wieder hatte Ibišević die Chance zum Anschluss, dieses Mal jedoch war Baumann mit einer Glanztat zur Stelle (62.). Berlin kontrollierte die Schlussphase gegen tiefstehende Hoffenheimer und verbuchte immer wieder Chancen. Nachdem Kalou noch gescheitert war (68.), besorgte Leckie das zweite Tor. Eine Bogenlampe von Selke drückte der Australier über die Linie (71.) und leitete damit eine heiße Schlussphase ein. Die TSG nämlich stand nun nur noch hintendrin, während die Hertha sukzessive den Druck erhöhte. Und das mit Erfolg: Kalou (78.) und Ibišević (85.) verpassten den möglichen Ausgleich noch, dann aber schlug Valentino Lazaro zu. Nach einem Freistoß kam der Österreicher im Rückraum an den Ball und sorgte für das 3:3 (87.). Die Berliner spielten anschließend sogar auf Sieg, der vierte Treffer aber fiel nicht mehr.