Historischer Fehlstart: „Grausame“ Zeiten für mutlosen VfB

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Drei Pflichtspiele, drei Niederlagen, kein Tor – und jetzt auch noch Länderspielpause. Dass in die Pause auch noch das 125-jährige Klubjubiläum des VfB Stuttgart am 9. September fällt, macht es nur noch schlimmer. Zum Feiern ist beim Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga niemandem zu Mute.

„Das wird eine grausam lange Zeit“, sagte Sportvorstand Michael Reschke nach dem 0:3 (0:1) seines mut- und hilflosen VfB gegen den FC Bayern München – die dritte Niederlage nach dem Pokal-Aus in Rostock (0:2) und dem Liga-Start in Mainz (0:1) ohne eigenen Treffer. Das gab es noch nie. „Das war extrem heftig und hat uns allen wehgetan“, sagte Reschke. Noch nicht einmal einen Torschuss gaben Mario Gómez und Co. gegen die Münchner ab. „Die waren uns in allen Belangen überlegen“, gab Reschke zerknirscht zu.

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Panik war aber weder bei ihm noch bei Trainer Tayfun Korkut oder den Spielern zu spüren. Die Bayern, betonte Reschke, „sind eine andere Kragenweite“, Duelle mit ihnen seien „Joker-Spiele“. Korkut wollte die Begegnung deshalb „ausklammern“ und mahnte zur Besonnenheit. „Wir haben noch genügend Zeit, unsere Fans glücklich zu machen“, sagte er. Torjäger Gómez betonte bei Sky: „Wir dürfen uns nichts einreden lassen, das wäre das Schlimmste.“ Der SC Freiburg und Fortuna Düsseldorf, die Gegner nach der Länderspielpause, das seien die Mannschaften, „mit denen wir uns messen in der Bundesliga“, meinte Gómez. Reschke sprach von „extrem herausfordernden und wichtigen Spielen“, betonte aber: „Wir haben alle die Überzeugung, dass wir da wieder rauskommen.“

Keine Zweifel an Korkut

Der Auftritt gegen zugegeben starke Bayern gab zu dieser Hoffnung aber kaum Anlass. Nach 25 ordentlichen Minuten spielte Stuttgart ängstlich, der Bayern-Sieg war nie in Gefahr. „Wir haben definitiv zu tief gestanden“, sagte Reschke. „Wenn man zurückliegt, muss man was anderes bieten.“ Korkut, der vor der Viererkette gleich vier defensive Mittelfeldspieler aufgeboten hatte, wies Kritik an seiner Aufstellung zurück, sah seine Mannschaft aber „gegen den Ball nicht so aggressiv, wie wir es uns vorgenommen hatten“.

Jetzt, betonte Reschke, „sind wir alle gefordert, Gas zu geben und eine Schippe draufzulegen“. Zweifel an Korkut, der erstmals in seiner VfB-Zeit ein Heimspiel verlor, ließ er nicht zu („Sein Konzept war schlüssig, seine Ansprache sehr klar“), und auch die Fans stehen noch hinter ihrem VfB. Die Cannstatter Kurve verabschiedete die Verlierer mit Applaus und dem Schlachtruf „Wir sind immer für dich da!“ Auch in „grausamen“ Zeiten.