Höler verschärft die Bayern-Krise weiter

Foto: Christof Stache/AFP/Getty Images

Ein schwacher FC Bayern München hat in der Bundesliga erneut Punkte eingebüßt. Beim 1:1 (0:0) gegen den SC Freiburg präsentierte sich der deutsche Rekordmeister in einer erschreckend schlechten spielerischen Verfassung.

Bayern-Trainer Niko Kovač hatte die Aufstellung seiner Mannschaft im Gegensatz zum Pokalspiel beim SV Rödinghausen (2:1) auf sechs Positionen verändert, die bemerkenswerteste Umstellung: Nach dem Ausfall von Thiago, der wochenlang fehlen wird, spielte Joshua Kimmich erstmals seit dem 13. Mai 2017 (5:4 bei RB Leipzig) wieder auf der Sechs. Er verlieh der Mannschaft Stabilität, war um Struktur im Aufbauspiel bemüht, konnte aber auch nicht überspielen, dass es dem FC Bayern und auch ihm selbst offensiv an zündenden Ideen mangelte.

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Dabei hatten die Münchner zunächst eine gute Viertelstunde lang den Eindruck erweckt, als sei der Führungstreffer nur eine Frage der Zeit. Es gab einige gute Kombinationen, einige gute Angriffe – Freiburg kam gerade zweimal aus der eigenen Hälfte. Doch die große Linie fehlte ebenso wie die Zielstrebigkeit. SC-Torhüter Alexander Schwolow verhinderte zudem mit dem Fuß reaktionsschnell einen Treffer gegen den allein vor ihm auftauchenden Robert Lewandowski (26.). Es blieb die beste Chance der Münchner. Vier Tage vor dem vierten Gruppenspiel in der Champions League gegen AEK Athen fehlte den Münchnern die Inspiration und die Durchschlagskraft. Chancen waren Mangelware, immer wieder rannten sich die Bayern in der Freiburger Abwehr fest, ein offensiver Plan war nicht zu erkennen.

Glück hatten die Gastgeber, dass Tim Kleindienst bei seinem Kopfballtreffer knapp im Abseits stand (54.). Für die geschickt verteidigenden Freiburger war es der erste Punktgewinn in München seit einem Spiel im Mai 1997 – in Erinnerung geblieben vor allem, weil Jürgen Klinsmann bei seiner Auswechslung durch Trainer Giovanni Trapattoni wutentbrannt in eine Werbetonne trat. Serge Gnabry besorgte mit seinem ersten Tor im Bayern-Trikot zwar die Führung der Gastgeber (80.), Lucas Höler belohnte Freiburg aber für eine starke kämpferische Leistung (89.). Der Rückstand der Münchner auf Spitzenreiter Borussia Dortmund beträgt damit vor dem direkten Duell am kommenden Samstag wieder vier Punkte.