Hoeneß hält Löws Präsentation für „Alibi-Veranstaltung“

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Uli Hoeneß sieht die öffentliche Präsentation der WM-Analyse durch Bundestrainer Joachim Löw am heutigen Mittwoch (12 Uhr) in der Allianz Arena kritisch. Dem FC Bayern München komme eine wichtige Rolle beim Neustart zu, glaubt der Präsident des deutschen Rekordmeisters.

„Ich halte überhaupt nichts davon, jetzt so eine Alibi-Veranstaltung zu machen vor den Medien, um den tollen Hecht zu spielen“, sagte Hoeneß nach dem Abschiedsspiel von Bastian Schweinsteiger am Dienstagabend. Er glaube nicht, „dass da viel rauskommt“, ergänzte Hoeneß skeptisch. „Jogi Löw wäre ja unklug, wenn er jetzt alles in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. Wenn es was zu diskutieren gab, hat er das schon längst mit den Verantwortlichen des DFB gemacht und wird mit den Wichtigsten, den Spielern, darüber reden.“

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Hoeneß warnte vor Aktionismus und riet dazu, Ruhe zu bewahren. „Man muss natürlich das eine oder andere ändern. Aber das Allerwichtigste ist, dass die Mannschaft wieder mehr arbeitet, mehr kämpft und sich nicht mehr so in ihr Schicksal ergibt, wie es in Russland war“, sagte der 66-Jährige. Es bringe nichts, „jetzt zwölf Spieler auszutauschen, sondern da kann man auch die Spieler, die da (bei der WM; Anm. d. Red.) gespielt haben, daran erinnern, was sie tun müssten“.

Schlüsselrolle für FC Bayern

Eine Schlüsselrolle für den Neustart nach dem WM-Debakel komme dem FC Bayern zu, glaubt Hoeneß. „Der deutsche Fußball wird eh nur gut, wenn Bayern gut ist“, sagte er. „Daran müssen wir arbeiten.“ Mit der Mannschaft, die die verkorkste WM in Russland zu verantworten hat, ging er hart ins Gericht. „Wenn man gegen einen zweitklassigen Gegner wie Südkorea in 90 Minuten fast keine Torchance herausspielt, obwohl jeder wusste, dass es um Sein oder Nichtsein geht, ist das ein Alarmzeichen“, sagte Hoeneß.