Hoeneß kündigt an: „Ich mache noch zwei, drei Jahre“

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Präsident Uli Hoeneß vom FC Bayern München hat den mittelfristigen Rückzug von seinen Ämtern angekündigt. Der 66-Jährige ist mit Unterbrechungen seit 2009 als Präsident der Bayern tätig und seit 2010 als Aufsichtsratsvorsitzender.

„Ich bin jetzt 66 Jahre alt. Lassen Sie mich diesen Job noch zwei, drei Jahre machen“, sagte Hoeneß am Donnerstag beim sächsischen Wirtschaftsdialog Saxxess. Dort skizzierte er auch das Anforderungsprofil für seinen Erben. „Der Nachfolger sollte jemand sein, der eine menschliche Seite hat – und einer, der aus dem Fußball kommt“, sagte Hoeneß. Dabei ist ihm klar: „Wir müssen die eierlegende Wollmilchsau suchen. Das wird schwer. Wenn ich wüsste, der oder der kann das, würde ich nächstes Jahr aufhören.“ Denn: Seine aktuelle Amtszeit endet wie jene von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge 2019.

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„Ich bin überzeugt, dass Uli und ich uns in nicht allzu ferner Zukunft einen fähigen Mann ausgucken müssen, den wir im Umgang sicherlich unterstützen werden, der dann aber auch selber schwimmen muss“, hatte Rummenigge im Sommer gesagt. Notfalls könne man dem Nachfolger ja „einen Rettungsreifen an den Rand legen“. Seit dem Abschied des ehemaligen Sportvorstands Matthias Sammer 2016 wurden die einstigen Bayern-Profis Philipp Lahm, Oliver Kahn und Max Eberl als neue Bosse gehandelt. Keiner aus diesem Trio steht mittelfristig für eine Rückkehr nach München zur Verfügung. Lahm ist bis mindestens 2024 als designierter EM-Organisationschef beim DFB gebunden, Kahn schließt einen Wiedereinstieg in den Fußball aus, Eberl hat in Gladbach Vertrag bis 2022.

Für Mbappé „finanziell viele Grenzen sprengen“

Mit dem Engagement von Hasan Salihamidžić als Sportdirektor haben Hoeneß und Rummenigge 2017 die „kleine Lösung“ gewählt. So oder so: Die Erben werden ein bestelltes Feld vorfinden, betonte Hoeneß. „Wir haben so viel Geld in der Kasse wie nie zuvor“, sagte er. „Ich werde meinen Nachfolgern volle Kassen übergeben. Damit können sie dann machen, was sie wollen.“ Wenn es so weit ist, würde „Rentner“ Hoeneß am liebsten Frankreichs Wunderkind Kylian Mbappé im Bayern-Trikot stürmen sehen. Für den Weltmeister „würde ich finanziell viele Grenzen sprengen“, sagte er, „aber der will nicht zu uns.“ Daran dürfte auch Hoeneß‘ Nachfolger kaum etwas ändern können – selbst wenn der Bayern-Patriarch doch noch die „eierlegende Wollmilchsau“ finden sollte.