Hoffenheim und Wolfsburg gegen die Erwartungshaltung

Mit der TSG 1899 Hoffenheim und dem VfL Wolfsburg treffen am Samstag (15.30 Uhr) zwei stark besetzte Teams aufeinander, die die Erwartungen zuletzt allerdings nicht erfüllen konnten. Doch während die TSG noch um den Anschluss an die europäischen Ränge kämpft, will der VfL nur Boden auf den Relegationsrang gut machen.

Die Hoffenheimer Fans sind in der vergangenen Spielzeit so sehr mit offensivem Kombinationsfußball verwöhnt worden, dass in der laufenden Saison bei schwächeren Auftritten immer wieder Pfiffe zu hören sind. „Wir tun alles dafür, dass unsere Fans mit uns zufrieden sind“, meinte Trainer Julian Nagelsmann. „Ich habe eine Erwartungshaltung an die Mannschaft, den Fußball, den wir spielen, und an mich.“ Und genau diese Erwartungshaltung scheint in der aktuellen Spielzeit doch recht schwer auf den Schultern der Spieler zu lasten. Nach einer zwischenzeitlichen Schwächeperiode ist die Mannschaft derzeit allerdings wieder in solider Form. Die Kraichgauer mussten in den letzten fünf Partien nur eine Niederlage hinnehmen und holten acht Punkte. Vier Zähler trennen Hoffenheim von RB Leipzig auf dem sechsten Rang und damit von der Europa League. Der Torgarant der letzten Spielen, Andrej Kramarić, droht ebenso wie Sturmkollege Mark Uth und Mittelfeldspieler Dennis Geiger auszufallen. Der Kroate erzielte in den zurückliegenden fünf Partien ganze sechs Treffer.

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Beim VfL Wolfsburg wünschen sich die Verantwortlichen dieser Tage eine Situation wie in Hoffenheim. Doch statt um den internationalen Wettbewerb mitzuspielen, kämpfen die „Wölfe“ wie in der vergangenen Saison gegen den Abstieg. Wolfsburg ist derzeit punktgleich mit Mainz 05 auf dem Relegationsplatz. Auch der neue Trainer Bruno Labbadia konnte noch keinen positiven Effekt auf die Mannschaft ausüben. Den Autostädtern gelang in den letzten elf Bundesliga-Partien nur ein einziger Sieg. Unter Labbadia spielte der VfL 1:1 in Mainz und verlor 1:2 gegen Bayer 04 Leverkusen. Der neue Übungsleiter forderte vor der Partie in Sinsheim einen Schulterschluss innerhalb des Teams: „Wir müssen erkennen, in welcher Situation wir uns befinden und dass wir das nur geschlossen bewältigen können.“ Auf die zu Beginn der Woche angeschlagenen Josuha Guilavogui, Gian-Luca Itter und Yunus Malli wird der Chefcoach dabei aller Voraussicht nach zurückgreifen können.

TSG 1899 Hoffenheim: Baumann – Akpoguma, Vogt, Hübner – Kadeřábek, Schulz – Grillitsch – Kramarić, Geiger – Szalai, Gnabry

VfL Wolfsburg: Casteels – Verhaegh, Bruma, Knoche, Itter – Guilavogui, Arnold – Brekalo, Didavi, Mehmedi – Origi

Die TSG 1899 Hoffenheim ist vor heimischem Publikum Favorit. Wollen die Kraichgauer noch ernsthaft ins Rennen um die europäischen Ränge eingreifen, muss ein Sieg her. Größer ist der Druck dennoch aufseiten der Wolfsburger. Alles andere als drei Punkte könnte zur Folge haben, dass der VfL schon bald auf dem Relegationsplatz steht.