Hoffenheim will gegen Lyon endlich den ersten Sieg

Foto: Adam Pretty/Bongarts/Getty Images

Die Ausgangslage ist klar für die TSG Hoffenheim: Gegen Olympique Lyon brauchen die Sinsheimer am Dienstagabend (21 Uhr) den ersten Sieg ihrer Champions League-Historie, um die Chance auf das Achtelfinale zu wahren. Andernfalls könnte es sogar im Kampf um den dritten Rang und die damit verbundene Europa League-Qualifikation eng werden.

Für die erfolgsverwöhnten Hoffenheimer war es eine recht ungewohnte Situation: Dreimal in Folge hatte die TSG in den vergangenen Wochen verloren, gegen Leipzig und Eintracht Frankfurt in der Liga sowie Manchester City in der Königsklasse gab es jeweils eine 1:2-Pleite. Entsprechend deutlich war das Aufatmen am Samstag, als aus einem 0:1 in Nürnberg noch ein 3:1-Sieg gemacht wurde. „Diese wichtigen drei Punkte tun in unserer Situation natürlich besonders gut“, sagte Julian Nagelsmann anschließend. Wichtiger Erfolgsfaktor war ein junger Stürmer: Nelson Reiss traf gegen Nürnberg zweimal, zwei Wochen zuvor hatte er bereits gegen Frankfurt getroffen. Auch gegen Lyon dürfte der 18-Jährige von Beginn an auflaufen. Reiss soll dabei helfen, der TSG endlich den ersten Dreier in der Champions League zu sichern. Er habe ein „sehr gutes Gefühl, dass wir morgen drei Punkte holen“, sagte Trainer Nagelsmann und zog zusätzliche Kraft aus dem Auftritt gegen Manchester City. Bei der Last-Minute-Niederlage gegen den englischen Meister habe Hoffenheim gezeigt, „auf dem Niveau leistungsfähig“ zu sein, ergänzte der 31-Jährige. Im ersten Spiel hatte sich sein Team mit einem 2:2 gegen Shakhtar Donezk begnügen müssen. Verzichten muss Nagelsmann allerdings weiterhin auf eine Reihe von potenziellen Stammspielern. Benjamin Hübner, Nadiem Amiri, Dennis Geiger, Lukas Rupp und Leonardo Bittencourt fehlen nach wie vor verletzungsbedingt.

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Lyon war nach zwei Spieltagen nicht unbedingt als Tabellenführer der Gruppe F erwartet worden. Mit einem 2:1-Coup gegen Manchester City am ersten Spieltag aber katapultierten sich die Franzosen in eine hervorragende Ausgangsposition für das Achtelfinale. Im zweiten Spiel allerdings kam das Team von Bruno Génésio nicht über ein 2:2 gegen Shakhtar Donezk hinaus. Überhaupt, ziemlich wankelmütig präsentiert sich Olympique bislang in dieser Saison. In der französischen Ligue 1 holte der Vorjahresdritte fünf Siege aus den ersten zehn Spielen und belegt damit aktuell nur Rang fünf. Die Generalprobe aber glückte: 2:0 setzte sich die Génésio-Elf am vergangenen Freitag gegen Olympique Nîmes dank Toren von Moussa Dembélé und Memphis Depay durch. Auf beide wird auch Hoffenheim am Dienstag ein Auge haben müssen. Nicht mitwirken kann dagegen Nabil Fekir: Der 25-jährige Weltmeister, der mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht wird, leidet unter einer Knöchelverletzung.

TSG Hoffenheim: Baumann – Adams, Vogt, Bičakčić – Kadeřábek, Grillitsch, Schulz – Demirbay, Kramarić – Szalai, Nelson

Olympique Lyon: Lopes – Tete, Marcelo, Denayer, Mendy – Ndombelé – Tousart – Traoré, Depay, Aouar – Dembélé

Es dürfte ein Duell auf Augenhöhe werden am Dienstagabend, sowohl Hoffenheim als auch Lyon setzen auf zahlreiche vielversprechende Talente. Brisanz zieht die Partie aus der Konstellation, diese brachte vorab TSG-Coach Nagelsmann präzise auf den Punkt. „Ein Sieg ist bedeutend für uns. Wir würden nach Punkten gleichziehen mit Lyon. Dann ist die Chance deutlich höher, dass wir weiterkommen“, sagte er. „Bei einer Niederlage hätte Lyon bereits sechs Punkte Vorsprung auf uns, dann wäre es schwierig, weiterzukommen.“ Aktuell schließlich ist Hoffenheim mit nur einem Punkt Tabellenletzter der Gruppe F. Sollte es gegen Lyon eine Niederlage setzen, wäre die Achtelfinal-Chance auf ein Minimum geschmolzen. Und, schlimmer noch: Sogar um die Teilnahme an der Europa League müssten die Sinsheimer dann bangen, Donezk hätte erst mal die Nase vorn.