Hollerbach fordert „kühlen Kopf und heißes Herz“

Der Hamburger SV steht vor dem Nordderby beim SV Werder Bremen am Samstagabend (18.30 Uhr) mit dem Rücken zur Wand. Eine Niederlage in Bremen und der Rückstand zum rettenden Ufer könnte bereits zu groß sein. Trainer Bernd Hollerbach geht die wichtige Partie kämpferisch an.

„Ich freue mich riesig, weil ich wegen solcher Spiele den Job mache. Ich bin schon damals positiv da herangegangen. Umso mehr die Zuschauer gepfiffen haben, umso mehr hat mich das angespornt“, erklärte der Ex-Profi auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Die schwierige tabellarische Situation seines Teams klammerte der 48-Jährige weitestgehend aus. „Wir können im Vorfeld noch so viel reden, aber am Ende muss man auf dem Platz zeigen, dass man bereit ist“, meinte Hollerbach. Das Nordderby ist eine ganz besondere Partie für den gebürtigen Würzburger: „Ich erwarte ein emotionales Spiel. Es ist ein Derby, ein wichtiges Spiel. Die Tabellensituation steht nicht so im Vordergrund, weil im Derby immer alles passieren kann.“

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Aufgrund der vielen Emotionen und der brisanten Vorzeichen auf beiden Seiten forderte Hollerbach: „Wir brauchen einen kühlen Kopf und ein heißes Herz.“ Um diese Herausforderung mit der nötigen Intensität anzugehen, hat der Trainer unter der Woche viele Zweikämpfe trainieren lassen. „Ich habe das Gefühl, dass alle Spieler bereit sind, am Samstag ein heißes Match zu spielen“, konstatierte der Ex-Würzburg-Coach. Der langjährige Bundesliga-Spieler hat aus seiner aktiven Zeit viele Erfahrungen in Nordderbys gesammelt. Vergleichbar dazu sei seine jetzige Situation aber nicht: „Auf dem Platz konnte ich mich bewegen und austoben. Das ist nun an der Seitenlinie natürlich anders, wo man manchmal etwas hilflos ist und erst in der Halbzeit eingreifen kann.“

Walace noch in Brasilien, Ekdal und Holtby fraglich

In den personellen Belangen gibt es noch einige Fragezeichen. So etwa beim Brasilianer Walace, der am Montag wegen der Geburt seines Kindes in die Heimat gereist war. „Ich vertraue Walace und erwarte ihn am Freitagabend in Bremen“, sagte Hollerbach. „Wenn er gut drauf und fit ist, dann ist davon auszugehen, dass er am Samstag auch spielt.“ Weniger zuversichtlich zeigte sich der Übungsleiter bei Albin Ekdal. Der Mittelfeldspieler laboriert an Sprunggelenksproblemen. „Es sieht besser aus, aber wir müssen den morgigen Tag noch abwarten. Ich rechne mit ihm eher für das Heimspiel gegen Mainz“, kündigte Hollerbach an. Auch bei Lewis Holtby, der sich im Training eine Risswunde im Schienbein zugezogen hatte, ist die finale Entscheidung noch zu fällen.

Ein kleines Sonderlob erhielt der Ex-Bremer Aaron Hunt. „Er ist im Mannschaftsrat und einer der erfahrenen Spieler in unserem Kader. Er kann mit dieser Situation umgehen und ich habe bereits vernommen, dass er sich gestern den einen oder anderen jungen Spieler genommen und mit ihm gesprochen hat. Ein solch erfahrener Spieler ist wichtig für die Jungs“, erzählte Hollerbach. Im Falle einer Niederlage in Bremen hätte der HSV ganze neun Punkte Rückstand auf die Grün-Weißen. Für den Coach wäre aber selbst das kein Grund aufzugeben: „Dann ist noch gar nichts weg. Es ist noch lange nicht vorbei.“