Hollerbach rät Spielern: „Im Moment nicht so viel lesen“

Der Hamburger SV befindet sich tabellarisch in einer beinahe aussichtslosen Situation. Der Neuanfang scheint derweil bereits eingeleitet. Vor dem Spiel beim FC Bayern München am Samstag (15.30 Uhr) versuchte Trainer Bernd Hollerbach, seinen Spielern dennoch Mut zu machen.

Mit dem Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt wurden zwei entscheidende Männer der Hamburger Fußballkompetenz bereits freigestellt. Die Umgestaltung, die ein erstmaliger Abstieg mit sich führen würde, wurde bereits begonnen. Hollerbach wollte zu diesem Thema auf der Pressekonferenz am Donnerstag allerdings keine Fragen beantworten. Stattdessen riet der 48-Jährige seinen Profis, „im Moment nicht so viel zu lesen“. Die Vorzeichen vor dem Duell beim Rekordmeister und souveränen Tabellenführer sind ohnehin schon düster genug. In den letzten sieben Partien in München kassierte der HSV 44 Gegentore. Der letzte Punktgewinn datiert aus dem Jahre 2008.

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Trotzdem gedenkt Hollerbach, die kleine Chance, die sich dem Bundesliga-„Dino“ noch bietet, zu nutzen. „Natürlich ist der FC Bayern die beste Mannschaft in Deutschland, wenn nicht sogar Europas. Dass es schwer wird, ist keine Frage“, konstatierte der Übungsleiter und fügte an: „Wir waren in den vergangenen Wochen schon viel stabiler und mir geht es auch darum, dass wir mutig auftreten. Über das gute Defensivverhalten wollen wir dann die Chance suchen, nach vorne zu kommen.“ Bei all den Störgeräuschen aus und rund um den Verein wolle sich Hollerbach auf das Fußballerische konzentrieren: „Das versuche ich der Mannschaft zu vermitteln. Das ist das, was ich beeinflussen kann.“

HSV-Coach betont weiterhin die Restchance

Die Hanseaten haben derzeit sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Dennoch glaubt der Cheftrainer weiterhin an die Möglichkeit des Klassenerhalts. „Wir haben noch neun Spiele und ich glaube fest daran, dass wir es noch schaffen können“, stellte Hollerbach klar. „Es ist noch nichts entschieden. Mir macht die Art und Weise, wie wir auftreten, Hoffnung und wir werden bis zum Schluss alles reinhauen.“ Mit aller Macht versucht sich der Ex-Profi verbal gegen den drohenden Gang in die Zweitklassigkeit zu stellen: „Die Jungs werden bis zum Schluss alles geben. So, wie sie es bisher auch getan haben. Die Situation ist allen bewusst. Das erkennt man zum Beispiel an den Laufleistungen. Die Spieler wollen. Ich glaube weiterhin an die Chance. Aufgeben ist keine Option.“

Mittelfeldspieler Albin Ekdal (Sprunggelenksprobleme) und Innenverteidiger Bjarne Thoelke (Syndesmosebandanriss) befinden sich nach ihren Verletzungen noch in Reha und werden in München nicht zur Verfügung stehen. Mergim Mavraj ist immer noch krank, sein Einsatz bleibt fraglich. Nicolai Müller weilt nach seinem Kreuzbandriss derzeit zu einer kompletten Kontrolle in Köln. „Es sieht bisher wirklich gut aus. Ich denke, dass er noch ein entscheidender Mann in entscheidenden Spielen werden kann“, zeigte sich Hollerbach optimistisch. Ansonsten sind alle Profis mit an Bord.