Hopp oder Top: Das neue Hertha-Motto?

Die vergangenen beiden Spiele von Hertha BSC waren wie Licht und Schatten. Erst feierte das Team von Pál Dárdai einen Auswärtssieg in Leverkusen (2:0), dann setzte es eine sang- und klanglose Heimniederlage gegen Mainz (0:2).

Obwohl neun der elf Akteure in der Startelf identisch waren wie eine Woche zuvor, war die Berliner Mannschaft vergangenen Freitag kaum wiederzuerkennen. Natürlich musste die Hertha gegen einen Abstiegskandidaten wie den FSV das Spiel machen und konnte nicht wie in Leverkusen primär gegen den Ball agieren. Doch selbst Attribute wie Einsatzwillen und Zweikampfstärke ließ die sonst so fleißige „Alte Dame“ vermissen. Kein Wunder, dass Dárdai anschließend vom schlechtesten Heimspiel seiner Amtszeit sprach.

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Ein gänzlich neues Phänomen ist diese Leistungsschwankung allerdings nicht. Schon über die gesamte Saison wechseln sich bei den Berlinern beeindruckend starke und erschreckend schwache Auftritte ab – die vergangenen beiden Spiele können als Höhepunkt jenes Trends gesehen werden. Die Konstanz und Abgeklärtheit der letzten beiden Saisons wurde bisher nicht erreicht; das große Potenzial des Teams blitzt nur gelegentlich auf. Die Gründe hierfür sind vielschichtig: Es kommen mehr junge Spieler zum Einsatz, der Spielrhythmus in der Hinrunde war durch die Dreifachbelastung ungewohnt hoch und das Offensivspiel ist oft von der Tagesform Einzelner abhängig.

Entwicklung führt unterm Strich zu Mittelmaß

Mit derart schwankenden Leistungen wird es den Hauptstädtern wohl kaum gelingen, sich erneut für die Europa League zu qualifizieren. Um den Anschluss an die internationalen Plätze zu wahren, bedarf es einer Steigerung. Mal top, mal flop führt unterm Strich zu Mittelmaß. Genau das sind die Berliner momentan, sie dürften mitterweile aber höhere Ansprüche haben.