HSV auf Abschiedstournee in München

Der Hamburger SV befindet sich in einer fast aussichtslosen Lage – und hat zudem noch das Auswärtsspiel bei Ligaprimus FC Bayern München vor der Brust. Je nach Spielverlauf könnte es das Ende der Ära Bernd Hollerbach bedeuten. Beim Rekordmeister ließ Jupp Heynckes am Freitag aufhorchen.

„Ich kann Ihnen sagen, dass noch gar nichts entschieden ist, weil ich bisher ja auch noch nie definitiv gesagt habe, dass ich am 30. Juni aufhöre. Haben Sie das schon mal gehört von mir? Nicht? Sehen Sie“, sagte der 72-jährige Coach zu erneuten Nachfragen zu seiner persönlichen Zukunft. Der HSV gehöre für Heynckes „einfach zur Bundesliga“, dennoch gestand er ein: „Im Moment sieht es natürlich sehr düster aus.“ Gegen den HSV muss der Bayern-Coach noch auf James Rodríguez (Wadenverhärtung) verzichten. Ansonsten stehen alle Spieler mit Ausnahme der Langzeitverletzten zur Verfügung.

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„Stand heute halte ich einen Trainerwechsel nicht für möglich“, hatte Frank Wettstein, der kommissarische Vorstandschef, am Donnerstag gesagt. Eine Jobgarantie klingt anders. Hollerbachs bisherige Bilanz ist dürftig: Drei Unentschieden und drei Niederlagen. Eigentlich helfen dem HSV in der aktuellen Situation aber nur Siege. 0:8, 0:5, 0:8, 1:3, 2:9, 0:5, 0:6 – in den vergangenen sieben Partien in München kassierte der HSV 44 Tore. Letztmals holte der HSV vor zehn Jahren einen Punkt in der bayerischen Metropole. „Dass es schwer wird, ist keine Frage“, sagte Hollerbach, der weiter an die Rettung glauben will: „Das versuche ich auch der Mannschaft immer wieder zu vermitteln. Es ist noch nichts entschieden. Wir werden bis zum Schluss alles reinhauen.“

FC Bayern München: Ulreich – Kimmich, Boateng, Hummels, Alaba – Martínez – Robben, Müller, Vidal, Ribéry – Lewandowski

Hamburger SV: Mathenia – Sakai, Papadopoulos, van Drongelen – Diekmeier, Jung, Walace, Douglas Santos – Jatta, Kostić – Schipplock

Während der FC Bayern mit einem weiteren Sieg der frühesten Meisterschaft der Geschichte weiter in großen Schritten entgegen schreitet, kann der HSV durch eine Niederlage auf den letzten Tabellenplatz abrutschen und dadurch mit ziemlicher Sicherheit für die zweite Liga planen. Alles andere als eine deutliche Niederlage für die Norddeutschen wäre allerdings auch ein überraschendes Ergebnis. Der HSV befindet sich längst auf Abschiedstournee durch die Bundesliga.