Hütter warnt vor Leipziger Trotzreaktion

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Nach dem durchwachsenen Saisonstart holten sich die Frankfurter in der Europa League Selbstvertrauen: Die Eintracht besiegte den Favoriten Olympique Marseille auswärts in Unterzahl mit 2:1. Diese Energie möchte SGE-Coach Adi Hütter auf das Duell gegen RB Leipzig am Sonntag (18 Uhr) übertragen.

Der Österreicher war auch am Tag darauf noch von der Leistung seiner Mannschaft in Marseille beeindruckt: „Der Sieg bei Olympique hat uns gut getan. Kämpferisch hat es in den vergangenen Spielen immer gestimmt, aber es hatten ein paar Prozent gefehlt. Am Donnerstag nicht.“ Dass der Sieg in Südfrankreich auch Kraft gekostet hat, ist Hütter klar. Der 48-Jährige wird daher gegen die „Roten Bullen“ möglicherweise rotieren. „Ich muss schauen, wer sich wie fühlt in den nächsten Tagen“, meinte Hütter. Ein Kandidat für die Startelf ist Mijat Gaćinović, den der Übungsleiter bei OM zur Halbzeit vorsorglich ausgewechselt hatte. „Er war angeschlagen. Deshalb habe ich ihn rausgenommen, auch im Hinblick auf Sonntag“, erklärte Hütter auf der Pressekonferenz.

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Ebenfalls möglich ist das Comeback von Ante Rebić nach überstandenen Adduktorenproblemen, der Kroate sei „eine Option“. Ein Sonderlob erhielt der Siegtorschütze von Marseille, Luka Jović. „Er hat gezeigt, dass er in der Box einer der besten Stürmer der Bundesliga ist“, sagte Hütter. Deutlich schlechter als die Eintracht präsentierte sich RB Leipzig zum Europa League-Auftakt: Die Sachsen unterlagen dem FC Red Bull Salzburg vor heimischem Publikum mit 2:3. „Leipzig wird eine Reaktion zeigen wollen nach der Niederlage gestern. Sie haben eine starke Mannschaft, gute Spieler“, meinte Hütter.

Willems-Sperre auf zwei Spiele reduziert

Generell hat der Eintracht-Coach trotz des mäßigen Saisonstarts eine hohe Meinung vom kommenden Gegner und nimmt die Hürde als entsprechend hoch wahr: „Wir müssen läuferisch und kämpferisch wieder alles abrufen und Leidenschaft an den Tag legen. Wir müssen öfter den Abschluss suchen. Es wird Stressfußball geben.“ Dennoch freue Hütter sich, „am Sonntag wieder vor den Fans spielen zu dürfen“. Fehlen wird dem Fußballlehrer allerdings Linksverteidiger Jetro Willems, der vom DFB-Sportgericht nach seiner Tätlichkeit beim 1:2 gegen den SV Werder Bremen für drei Bundesliga-Spiele gesperrt worden war.

Dieses Urteil wurde nun vom Bundesgericht des DFB revidiert, die Sperre wurde auf zwei Partien reduziert. Zusätzlich muss der Niederländer 15.000 Euro Geldstrafe zahlen. „Das Bundesgericht ist zu dem Ergebnis gekommen, dass hier eine Tätlichkeit in einem leichteren Fall vorliegt“, begründete der Vorsitzende Achim Späth die Entscheidung. „Willems‘ Gegenspieler Gebre Selassie hat ausgesagt, dass er die Schmerzwirkung auf einer Skala von eins bis zehn nur als eins empfunden hat. Mehr war auch bei umfangreicher Beweisaufnahme nicht nachweisbar.“ Damit kann Frankfurt am kommenden Mittwoch (20.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach bereits wieder auf den 24-Jährigen zurückgreifen.