Hütter will auf dem Gaspedal bleiben

Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Eintracht Frankfurt könnte mit dem dritten Sieg in der Europa League einen großen Schritt Richtung K.o.-Runde machen. Die Zuversicht ist auch aufgrund des Traumsturms groß. Adi Hütter will auf dem Gaspedal bleiben.

„Was ich nie machen werde, ist eine Euphorie mutwillig bremsen“, sagte der Frankfurt-Trainer vor der Partie am Donnerstag (21 Uhr) gegen die Zyprer von Apollon Limassol. „Das Selbstvertrauen ist da, die Freude ist da – an der Einstellung wird es nicht liegen.“ Warum sollte es auch? Schließlich dürften ein Sieg am Donnerstag vor ausverkauftem Haus und ein Remis beim Rückspiel in zwei Wochen für den Einzug in die K.o.-Runde reichen. Unterschätzen sollen die Profis den Gegner aber in keinem Fall. „Das ist eine Mannschaft, die man zu 100 Prozent ernst nehmen muss“, äußerte Hütter. „Wir können einen großen Schritt machen.“

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Dank der Siege gegen die europäischen Schwergewichte Olympique Marseille (2:1) und Lazio Rom (4:1), die aufgrund des holprigen Saisonstarts nicht unbedingt erwartet worden waren, kann die Eintracht die zwei Duelle gegen den Underdog mit breiter Brust angehen. Und der Glaube an ein weiteres Schützenfest nach dem furiosen 7:1 in der Bundesliga gegen Fortuna Düsseldorf ist groß. Denn neben dem zuletzt fünfmal erfolgreichen Luka Jović und seinem starken Sturmpartner Sébastien Haller steht am Donnerstag auch wieder der kroatische WM-Held Ante Rebić zur Verfügung. Für das System von Hütter sind das eigentlich zu viele Angreifer, wobei: „Eine nahe liegende Lösung wäre doch, uns alle drei stürmen zu lassen“, sagte Haller der Bild-Zeitung. „Das könnte für den Gegner unangenehm sein.“

„Das Spiel haben wir noch nicht gewonnen“

17 Tore haben Hütters „Ballermänner“ in den vergangenen vier Partien erzielt, die Offensive harmoniert von Spiel zu Spiel besser. Ein Selbstläufer, glaubt zumindest Sportdirektor Bruno Hübner, wird das Duell mit der No-Name-Truppe aus Zypern aber trotz der Angriffswucht nicht. „Limassols Spieler sind extrem erfahren, für die ist der Europacup ein Highlight“, sagte Hübner. „Das Spiel haben wir noch nicht gewonnen.“ Ähnlich sieht es der ehemalige SGE-Profi Martin Lanig, der nach seiner Zeit am Main die Karriere in Zypern ausklingen ließ. „Die Spiele können in alle Richtungen abdriften“, warnte Lanig im hr-Fernsehen. „So eine zyprische Mannschaft ist immer irgendwie gefährlich, weil ein gewisses Maß Unberechenbarkeit im Spiel ist, weil es Eventualitäten gibt, mit denen man nicht rechnet.“