Hunt und Holtby: Ex-Nationalspieler in der Kreativkrise

Mit 18 erzielten Toren stellt der Hamburger SV neben dem VfB Stuttgart die schwächste Offensive der Bundesliga. Zuletzt standen deshalb vermehrt die Stürmer im Fokus der Kritik. Doch aus dem offensiven Mittelfeld kommen zu wenige verwertbare Zuspiele, um das Problem zu lösen.

Die Hauptverantwortlichen in der offensiven Zentrale der Norddeutschen sind die beiden Ex-Nationalspieler Aaron Hunt und Lewis Holtby. Zusammen kommt das Duo auf nur vier Scorerpunkte in der laufenden Saison. Eine magere Ausbeute für Spieler, die für Kreativität und Torgefahr sorgen sollen. Die Abschlussschwäche der Stürmer ist ein Problem, doch deutlich schwerwiegender ist die mangelnde Fähigkeit der Hamburger, echte Gefahr im Strafraum des gegnerischen Teams zu erzeugen. „Wir waren gehemmt, haben uns nichts getraut und waren im letzten Drittel schlampig“, erkannte auch Trainer Bernd Hollerbach nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen Bayer 04 Leverkusen.

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Dabei haben sowohl Hunt als auch Holtby nachgewiesenermaßen großes offensives Potenzial. Hunt kommt aus der Jugend des Nordrivalen SV Werder Bremen. 2004 debütierte er für die Grün-Weißen in der Bundesliga. Zehn Jahre lang lief der 31-Jährige für Werder im deutschen Fußball-Oberhaus auf. Dabei gelangen ihm 51 Tore und 50 Vorlagen in 285 Pflichtspielen. Ende des Jahres 2009 debütierte er sogar in der deutschen Nationalmannschaft. Seit dem Sommer 2015 konnte der gebürtige Goslaer für den HSV in einer Saison maximal sechs Scorerpunkte liefern.

Fehlende Kreativität vor den entscheidenden Wochen

Holtby galt als großes Versprechen des deutschen Fußballs. Für die U21-Nationalmannschaft erzielte er 14 Treffer in 24 Partien. Mit der Mainzer „Boyband“ überrollte er zu Beginn des Jahrzehnts monatelang die Bundesliga. Für die Rheinhessen bereitete er in der Saison 2010/11 ganz elf Treffer vor. Auch in seiner Schalker Zeit war er ein wichtiger Bestandteil des Offensivspiels. In der abgelaufenen Spielzeit konnte er immerhin noch sechs Assists für den Bundesliga-„Dino“ liefern. Aktuell steht der 27-Jährige bei nur einem Saisontor. Auch Holtby spielte bereits für das A-Nationalteam. Davon ist der 1,76 Meter große Mittelfeldakteur aktuell aber sehr weit entfernt. In den letzten vier Partien kam er überhaupt nicht zum Einsatz. Im Training am Dienstag zog er sich eine Risswunde am Schienbein zu.

Den beiden kreativen Köpfen ergeht es wie vielen Spielern, die zum HSV wechseln. Sie können ihre Qualitäten nicht gewinnbringend ins Spiel der Norddeutschen einbringen. Doch gerade in den nächsten Wochen wird es vor allem auf das Duo ankommen. Am kommenden Spieltag gastieren die Hamburger zum Nordderby beim SV Werder Bremen. Bei einer Niederlage würde der Rückstand auf die Bremer auf neun Punkte anwachsen. In zwei Wochen empfängt Hamburg dann den 1. FSV Mainz 05. Die Rheinhessen stehen derzeit sechs Zähler vor den Norddeutschen auf dem Relegationsplatz. Es sind die Wochen der Wahrheit für den akut abstiegsbedrohten HSV. Ein wenig Kreativität aus der Zentrale würde bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben definitiv helfen. Andernfalls droht der schwere Gang in die Zweitklassigkeit.