In Augsburg: Stuttgart feiert ersten Auswärtssieg

Der VfB Stuttgart hat am Sonntagnachmittag einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf eingefahren. Beim FC Augsburg gewannen die Schwaben dank einer konzentrierten Defensivleistung mit 1:0 (1:0) und setzen sich auf Platz 13. Der FCA bleibt vorerst Achter, kann aber noch auf den neunten Rang abrutschen.

FCA-Coach Manuel Baum schickte seine Mannschaft im Vergleich zum 0:2 gegen RB Leipzig vor einer Woche ohne personellen Wechsel auf den Rasen. Sein Gegenüber Tayfun Korkut tauschte nach dem 1:0 über Borussia Mönchengladbach nur einmal: Holger Badstuber ersetzte Dennis Aogo.

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Durch Marcel Heller kam der FCA schon früh zur ersten guten Möglichkeit. Philipp Max setzte den ehemaligen Darmstädter über links in Szene, sein Schuss flog allerdings knapp vorbei (2.). Die Anfangsphase war von Zweikämpfen und Ungenauigkeiten bestimmt. Durch Christian Gentner wurde auch Stuttgart zum ersten Mal gefährlich. Der Kapitän zog aus der Distanz ab, Marwin Hitz hatte mit dem Schuss aber keine Probleme (24.). Nach einer guten halben Stunde gab es einen Freistoß aus dem Halbfeld für die Gäste. Erik Thommy versenkte diesen zwar in der Mauer, doch der Ball rutschte zu Mario Gómez durch, der aus 13 Meten im Fallen einschoss, Hitz war ohne Chance (27.).

Doppelter Videobeweis

Die „Fuggerstädter“ versuchten direkt zu antworten. Ja-Cheol Koo prüfte Ron-Robert Zieler von der Strafraumgrenze, der Torhüter ließ den Schuss nach vorne abprallen, wo Michael Gregoritsch abstaubte. Mitten hinein in den Augsburger Jubel kam jedoch der Pfiff von Referee Tobias Stieler – der Torschütze stand im Abseits, der Video-Assisstent schritt zurecht ein (37.). Kurz vor der Halbzeit herrschte erneut Aufregung, weil Stieler einen vielversprechenden Augsburger Angriff unterbrach, um sich ein vorangegangenes Foul an Gómez im FCA-Strafraum anzugucken. Dieses Mal revidierte er seine Entscheidung jedoch nicht (45.).

Der zweite Durchgang begann auf beiden Seiten unverändert. Das Spiel blieb ausgeglichen, weil Stuttgart die Angriffsbemühungen der Gastgeber früh unterband, allerdings selbst kaum gefährlich wurde. Erst nach etwa einer Stunde kam der erste Abschluss zustande, Gegoritsch wurde jedoch von Badstuber entscheidend gestört (57.). Baum brachte mit Sergio Córdova einen frischen Stürmer, Heller verließ das Feld (59.). Seine Mannschaft stand nun deutlich höher, der VfB wurde in die eigene Hälfte gedrängt und lauerte auf Konter. Einen solchen spielten die Schwaben perfekt aus, nach Zuspiel von Daniel Ginczek scheiterte Gómez aber aus kurzer Distanz an Hitz (65.). Anschließend zwang Santiago Ascacíbar den Schlussmann aus 25 Metern zu einer starken Parade (67.).

Hektische Schlussphase

Damit war die kurze Drangphase des FCA beendet. Dafür wurde das Spiel hitziger: Eine Viertelstunde vor Schluss musste Baum auf die Tribüne, er hatte sich nach einem Zweikampf zwischen Daniel Baier und Ascacíbar zu heftig beschwert (75.). Wenig später wäre Ginczek nach einem üblen Fehlpass von Caiuby beinahe die Vorentscheidung gelungen, er verzog jedoch knapp (76.). Die Partie lebte in der Schlussphase vom Kampf und vor allem von der Spannung. Gelungene Kombinationen waren kaum noch zu sehen, symbolisch dafür vertändelten Gómez und Ginczek gleich zwei gute Konterchancen (84., 86.). Doch auch beim FCA lief nicht mehr viel zusammen. Max‘ Direktabnahme aus spitzem Winkel landete auf der Tribüne (90.). Emiliano Insúa vergab kurz vor Schluss die nächste gute Chance für den VfB leichtfertig (90. +3), doch diese Fahrlässigkeit wurde nicht bestraft: Stuttgart gewinnt zum ersten Mal in dieser Saison in der Ferne.