Ist Mainz bereits die letzte Hamburger Chance?

Nach der späten 0:1-Niederlage im Nordderby beim SV Werder Bremen steht der Hamburger SV mit dem Rücken zur Wand. Der Abstand zum rettenden Ufer wird immer größer. Die letzte Chance, noch einmal Boden auf einen direkten Konkurrenten gut zu machen, scheint bereits am kommenden Wochenende zu sein.

Verantwortliche wie Spieler des HSV zeigten sich nach der unglücklichen Pleite in Bremen niedergeschlagen. Ans Aufgeben dachte allerdings niemand. Stattdessen wurde sich über den Schiedsrichter brüskiert und mit dem Spielverlauf gehadert. Mit den üblichen Durchhalteparolen gingen die Hanseaten derweil sparsam um. Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen betonte die Restchance, die dem Bundesliga-„Dino“ noch bliebe. „Wir müssen alles dafür tun, um nicht zu resignieren. Es wäre fatal, wenn wir jetzt die Flinte ins Korn schmeißen“, stellte der 69-Jährige klar. Allen in Hamburg ist die äußerst prekäre tabellarische Situation bewusst. Allzu viele Chancen werden sie allerdings nicht mehr bekommen.

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Durch die Niederlage beim Nordrivalen konnte sich dieser auf neun Punkte vom HSV distanzieren. Der VfL Wolfsburg auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz hat acht Punkte Vorsprung vor den „Rothosen“. Der Rückstand auf den 1. FSV Mainz 05, der aktuell den Relegationsrang belegt, beträgt sieben Zähler. Und auf genau diese Mainzer treffen die Hamburger am kommenden Samstag (15.30 Uhr) im heimischen Volksparkstadion. Mit der Unterstützung der eigenen Fans im Rücken müssen sich die Norddeutschen gegen den drohenden Gang in die Zweitklassigkeit wehren. Selbst ein Unentschieden wäre gegen die Rheinhessen eigentlich schon zu wenig. Doch einen Sieg kann der HSV nur feiern, wenn es vorne endlich gelingt, Tore zu erzielen.

Harmlose Offensive gibt kaum Anlass zur Hoffnung

Ende November beim 3:0 über die TSG 1899 Hoffenheim gelang den Hamburgern letztmals mehr als ein eigener Treffer. Auch in Bremen wirkte der Angriff des Bundesliga-„Dinos“ zahnlos. Während Werder mit Aron Jóhannsson und Ishak Belfodil den Sieg von der Bank brachte und den entscheidenden Treffer mit einer druckvollen Schlussphase erzwang, blieb der HSV erneut blass. Es fehlte an Kreativität und Durchschlagskraft, aber auch der Glaube daran, dass diese Partie noch zu den eigenen Gunsten entschieden werden könnte. Auch wenn die Spieler und Funktionäre immer wieder bekräftigen, dass es noch nicht vorbei sei, muss gegen den direkten Konkurrenten Mainz endlich ein Erfolgserlebnis her.

Der FSV kann dieses Spiel allerdings mit deutlich mehr Rückenwind angehen als Hamburg. Die Mainzer holten aus den letzten beiden Partien immerhin vier Punkte. Mit einem Sieg über den Tabellen-16. könnte der HSV auf vier Zähler an den Relegationsplatz, der den Norddeutschen nur allzu vertraut ist, heranrücken. Im Falle einer Niederlage würden Mainz allerdings ganze zehn Punkte davonziehen. Dann dürften auch die kühnsten Optimisten im Hamburger Lager langsam die Hoffnung verlieren. Zumal am Spieltag darauf das Auswärtsspiel beim Rekordmeister FC Bayern München wartet. Und auf Punkte in der Allianz Arena zu spekulieren, kann sich der HSV einfach nicht erlauben.