Jóhannsson meldet sich zurück

Nach der Niederlage bei Bayer 04 Leverkusen (2:4 n.V.) im DFB-Pokal-Viertelfinale gab es lange Gesichter bei Spielern und Verantwortlichen des SV Werder Bremen. Aron Jóhannsson konnte trotzdem nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Den US-Amerikaner könnten die Bremer Fans in Zukunft öfter auf dem Platz sehen.

Schon am vergangenen Wochenende beim Auswärtssieg auf Schalke (2:1) steuerte der eingewechselte Jóhannsson die entscheidende Vorarbeit zum umjubelten Last-Minute-Siegtreffer bei. Mit einem weichen Heber überspielte er die Hintermannschaft der „Knappen“ und ermöglichte dadurch das entscheidende Tor durch Kapitän Zlatko Junuzović. Gegen die Leverkusener durfte der Stürmer zum ersten Mal seit September 2016 von Beginn an in einem Pflichtspiel für die Grün-Weißen auflaufen. Bereits nach wenigen Minuten hob Jóhannsson erneut den Ball, diesmal allerdings über Leverkusens Torhüter Bernd Leno direkt ins gegnerische Gehäuse. Der Nationalspieler sorgte in der siebten Spielminute für die zwischenzeitliche 2:0-Führung der Norddeutschen.

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Auch wenn er später bereits zur Halbzeit ausgewechselt werden musste, so konnte Jóhannsson bei Trainer Florian Kohfeldt dennoch Punkte sammeln. Der Offensivakteur hatte einen Tritt abbekommen und sich dabei leicht am Oberschenkel verletzt. Sein Einsatz am kommenden Spieltag gegen den VfL Wolfsburg (Sonntag, 18 Uhr) ist wohl nicht gefährdet. Darüber kann sich der 27-Jährige bei seiner Verletzungshistorie glücklich schätzen. Zuletzt hatte Jóhannsson mit anhaltenden Knieproblemen zu kämpfen. Zu Beginn des vergangenen Jahres zwickte die Wade. Von Oktober 2015 bis August 2016 war er beinahe ein ganzes Jahr wegen einer Hüftverletzung ausgefallen. Kurz nach seinem Wechsel an die Weser im Sommer 2015 musste er drei Monate wegen Adduktorenbeschwerden passen.

Unter Kohfeldt findet der Stürmer zurück in die Spur

Neben den vielen medizinischen Zwangspausen wurde Jóhannsson von Ex-Trainer Alexander Nouri auch noch degradiert. Unter dem 38-Jährigen stand der Angreifer nicht ein einziges Mal in der Startelf. Die meiste Zeit wurde er nicht einmal in den Spieltagskader berufen. Nouri hatte keine Verwendung für den Mittelstürmer. Der Übungsleiter ließ ihn nur noch mit der ersten Mannschaft trainieren, weil er es musste. Im Sommer sollte dann die endgültige Trennung folgen. Die Bremer wollten Jóhannsson verkaufen, um die über vier Millionen Euro Ablöse, die sie für ihn gezahlt hatten, zumindest teilweise wieder reinzuholen. Ein Transfer kam jedoch nicht zustande. Stattdessen wurde Nouri nach dem 0:3 gegen den FC Augsburg am zehnten Spieltag dieser Saison entlassen und Jóhannsson bekam seine Chancen.

Denn der neue Mann an der Bremer Seitenlinie wurde Ex-U23-Coach Kohfeldt, der den US-Amerikaner schon aus seiner Zeit als Co-Trainer von Viktor Skripnik kannte. Der gebürtige Siegener fand schnell Gefallen am spielstarken Stürmer und wechselte ihn schon im ersten Spiel bei Eintracht Frankfurt (1:2) ein. Nach seinen überstandenen Knieproblemen setzte Kohfeldt im neuen Jahr bislang regelmäßig auf Jóhannsson und gab ihm sukzessive mehr Spielzeit. Nun stand Jóhannsson sogar in der Anfangsformation. Auch wenn die Konkurrenz in der Offensive der Grün-Weißen, besonders nach der Verpflichtung von Milot Rashica, groß ist, könnte der in den letzten Jahren oft geschundene Jóhannsson sich nun endlich vollends in der Bremer Mannschaft etablieren.