Joker Misidjan rettet Nürnberg einen Punkt

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Der 1. FC Nürnberg rettete im Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen in der Nachspielzeit einen Punkt. Bundesliga-Debütant Virgil Misidjan glich spät aus und sicherte dem „Club“ noch das 1:1 (1:0).

Werder-Coach Florian Kohfeldt schickte dieselbe Startelf ins Rennen, die Eintracht Frankfurt vor der Länderspielpause auswärts mit 2:1 besiegt hatte. Neuzugang Nuri Şahin saß dementsprechend zunächst nur auf der Bank. FCN-Trainer Michael Köllner nahm nach dem 1:1 gegen den 1. FSV Mainz 05 eine Änderung an seiner Anfangsformation vor: Neuzugang Matheus Pereira ersetzte Federico Palacios Martínez auf dem rechten offensiven Flügel.

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Die Bremer begannen feldüberlegen und ließen den Ball in den Anfangsminuten durch die eigenen Reihen laufen – ohne dabei aber große Räume zu gewinnen. Nürnberg machte die Spielfeldmitte dicht und versuchte, über schnelle Gegenstöße Gefahr zu erzeugen. Vor echte Herausforderungen wurden allerdings beide Hintermannschaften zunächst nicht gestellt. Nach einer knappen Viertelstunde verbuchten die Hausherren die erste gute Gelegenheit: Nach einem Fehlpass von Tim Leibold behielt Yūya Ōsako die Übersicht und bediente Max Kruse links im Sechzehner. Der Abschluss des Kapitäns wurde von Georg Margreitter noch ans Außennetz abgefälscht (15.).

Eggestein packt den Hammer aus

Wenig später kombinierte sich Werder über die rechte Seite nach vorne: Maximilian Eggestein fand in der Mitte Martin Harnik, dessen Drehschuss erneut von Margreitter zur Ecke geblockt wurde (21.). Bremen erhöhte in der Folge die Schlagzahl und ging verdient in Führung: Eggestein hatte nach feinem Zuspiel von Davy Klaassen zu viel Platz und setzte den Ball von der Strafraumgrenze mit ordentlich Wucht ins kurze Eck (26.). Werder dominierte die Partie nun, Nürnberg wirkte nach dem Rückstand angeschlagen. Einzig der agile Pereira sorgte mit seinem Tempo noch für Gefahr: Der Brasilianer ließ im Mittelfeld drei Bremer stehen und verlagerte anschließend das Spiel; am Ende des Angriffs wurde Leibolds Abschluss aber noch geblockt (38.).

Die Gäste kamen mit mehr Schwung aus der Kabine, was den Grün-Weißen aber auch Raum für Konter ermöglichte. Harnik legte von links quer auf Eggestein, der Leibold aussteigen ließ, das lange Eck aber verfehlte (55.). Nürnberg blieb dran und durfte auch jubeln – allerdings nur kurz: Nach einer Freistoßflanke brachte Mikael Ishak den Ball in den Strafraum, wo Ondřej Petrák nach kurzer Konfusion traf (59.). Video-Assistent Sascha Stegemann überprüfte die Szene und Schiedsrichter Daniel Schlager erkannte das Tor schließlich wegen einer Abseitsstellung nicht an (60.). Die Franken ließen die Köpfe aber nicht hängen, Köllner brachte Neuzugang Misidjan und Eduard Löwen für Pereira und Alexander Fuchs (61.).

Joker Misidjan gleicht spät aus

Auch Kohfeldt wechselte kurz darauf und schickte mit Milot Rashica den Matchwinner aus dem Frankfurt-Spiel für Harnik in die Partie (67.). Wenig später feierte Şahin sein Pflichtspiel-Debüt für Werder, er ersetzte Philipp Bargfrede (71.). Der „Club“ agierte weiterhin couragiert, es mangelte aber an Präzision. Lukas Mühl (70.) und Ishak (74.) verfehlten jeweils deutlich. Beim Schuss des eingewechselten Löwen wurde es wesentlich enger: Der U21-Nationalspieler setzte den Ball von halbrechts nur knapp am linken Pfosten vorbei (78.). Auf der Gegenseite zielte Eggestein nach Vorarbeit von Kruse im Fallen etwas zu hoch und verpasste den Doppelpack (81.). FCN-Coach Köllner brachte daraufhin Torles Knöll für Petrák (82.).

Der „Club“ drängte weiter in die Offensive und wurde am Ende für das Engagement belohnt: Joker Misidjan erzielte in seinem ersten Bundesliga-Spiel den späten Ausgleich (90.+2). Margreitter hatte den Ball nach vorne geschlagen und Ishak verlängerte per Kopf auf Hanno Behrens. Der Kapitän legte auf Misidjan, der trocken ins kurze Eck traf. Werder verliert spät zwei Punkte. Kohfeldt wird sich auch durch die Einstellung des Heimspiel-Rekords von Otto Rehhagel (14 ungeschlagene Ligaspiele in Folge) nicht trösten lassen.