Kalou nur noch zweite Wahl?

Salomon Kalou war bei Hertha BSC in den letzten Spielen nur noch Reservist. Der 32-jährige Ivorer ist einer der Verlierer der Umstellung auf das 4-4-2-System. Möglicherweise gibt es aber bald eine Kehrtwende.

Zu Saisonbeginn war Kalou bei Trainer Pál Dárdai absolut gesetzt und sorgte als Linksaußen in einem 4-2-3-1-System für Offensivdrang. In 16 der ersten 18 Pflichtspiele kam er zum Einsatz, gegen Leverkusen (2:1), München (2:2) und Freiburg (1:1) erzielte er wichtige Tore. Die vergangenen drei Partien saß der Routinier allerdings über die gesamte Spielzeit auf der Bank – ungewohnt für den 97-fachen Nationalspieler, der mit seiner Erfahrung als wichtiger Bestandteil des Teams gilt.

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Als Grund für Kalous Degradierung ist in erster Linie Dárdais Systemwechsel von einem 4-2-3-1 zu einem 4-4-2 zu sehen. In einer Formation mit Doppelspitze bevorzugt der Hertha-Coach laut eigener Aussage Außenspieler, die auf der Seite bleiben und die beiden Stürmer mit präzisen Hereingaben bedienen. Kalous Stärken liegen jedoch darin, in die Mitte zu ziehen und im Strafraum selbst für Torgefahr zu sorgen. Nicht umsonst ist der Ivorer ein gelernter Stoßstürmer. Ähnlich wie für Ondrej Duda gibt es für Kalou in der aktuellen Formation keine ideale Position.

4-4-2 noch nicht in Stein gemeißelt

Solange Dárdai mit einer Doppelspitze spielen lässt und sich weder Davie Selke noch Vedad Ibišević verletzen, stehen Kalous Karten nicht gut. Allerdings ist keineswegs sicher, dass die Hertha künftig nur noch im 4-4-2 auftritt, zumal die jüngsten Ergebnisse zu wünschen übrig ließen. Gut möglich, dass die Niederlagen gegen Bilbao (2:3) und Frankfurt (1:2) personelle Konsequenzen haben und Kalou schon bald in die Startelf zurückkehrt. Für das Spiel gegen Östersunds FK am Donnerstag ist der Ivorer wegen Adduktorenbeschwerden jedoch keine Option, langfristig gesehen wäre es trotz der jüngsten Entwicklung aber überraschend, wenn er sich dauerhaft mit einem Bankplatz abfinden müsste.