Kapitän Bender muss die Richtung vorgeben

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Bayer 04 Leverkusen steckt in einer handfesten Krise. Auch wenn die sportliche Führung um Rudi Völler und Co. aktuell versucht, Gelassenheit zu verbreiten, ist der Stimmungsumschwung bei der „Werkself“ und ihren Fans zu spüren. Umso wichtiger wird aktuell Kapitän Lars Bender.

Ein Tor und eine Vorlage – mit seiner Leistung beim 2:2-Unentschieden gegen Hannover 96 rettete Bender seinem Trainer Heiko Herrlich vorerst den Job. Der Übungsleiter der Rheinländer ist angezählt, die Darbietungen seiner Mannschaft enttäuschen. Acht Punkte aus acht Bundesliga-Spielen sind angesichts der im Kader vorhandenen Qualität viel zu wenig. Eines ist der Leverkusener Mannschaft aktuell enorm anzumerken: ihr Durchschnittsalter. Die Leistungsträger der Rheinländer sind junge Spieler wie Julian Brandt (22), Jonathan Tah (22) oder Leon Bailey (21). Jedoch haben diese Akteure wenig Erfahrung damit, wie es ist, in einer Krise zu stecken und können ihr Potenzial auch deshalb nicht abrufen.

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Bender hingegen weiß, wie es ist, wenn es mal nicht läuft. Der Mittelfeldspieler ist inzwischen seit acht Jahren bei der „Werkself“, hat einige Trainer miterlebt, Erfolge gefeiert und Enttäuschungen verkraftet. Diese Erfahrungen werden in der derzeitigen Situation besonders wichtig. Denn es ist an Bender, die Mannschaft mit aus der Krise zu führen. Der 29-Jährige kennt seinen Auftrag als Kapitän – er muss vorangehen. Dass er das kann, ist unumstritten. Vor allem auch in Kombination mit Zwillingsbruder Sven kann der Routinier eine Mannschaft führen. Auf dem Platz zeigt Bender in der laufenden Saison seine Qualität. 55 Prozent seiner Zweikämpfe entschied der 29-Jährige für sich. Damit liegt er klar über dem Bundesliga-Durchschnitt (46 Prozent).

Verletzungsanfälligkeit ein großes Problem

All seinen Kampfgeist und seine Mentalität kann Bender allerdings nur auf den Platz bringen, wenn er fit ist. Und an dieser Stelle liegt die Krux. Solange Bender gesund bleibt, kann er die „Werkself“ führen. Der Mittelfeldmann ist jedoch auch dafür bekannt, dass er häufig ausfällt. Seit März 2017 fehlte Bender insgesamt 191 Tage aufgrund von verschiedenen Verletzungen. Dabei ist auffällig, dass der Kapitän nur selten einmal lange fehlt, sondern in vielen Fällen wenige Tage. 13 Verletzungen plagten Bender in den vergangenen anderthalb Jahren, in dieser Zeit verpasste er 23 Pflichtspiele der „Werkself“. Aktuell ist der Mittelfeldspieler gesund und hilft Bayer dabei, die Krise zu überstehen. Doch schon nach dem nächsten Pflichtspiel könnte Bender wieder fehlen – und dann wird es eng.