Kehrer: Dank Mbappé und Co. im Nationalteam eine feste Größe

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Nach seinem Wechsel von Schalke nach Paris kehrt Thilo Kehrer für das Länderspiel gegen die Niederlande (Montag, 20.45 Uhr) zurück nach Gelsenkirchen. Das Training mit Kylian Mbappé und Co. hat ihn zu einem besseren Spieler gemacht.

Nicht einmal vor dem französischen Weltmeister kuscht Kehrer. Als er von Mbappé nach der Niederlage in der Nations League im Training von Paris Saint-Germain ein bisschen gefoppt wurde, „habe ich ihm eine kleine Warnung hinterlassen, dass er im Training die Füße lieber hochziehen soll“, verriet der deutsche Nationalspieler. Vielleicht vermied es Mbappé aus diesem Grund, seinem Klubkollegen nach dem deutschen Abstieg aus der Nations League eine hämische Nachricht aufs Handy zu schicken. In jedem Fall hat sich Kehrer nach schwierigen Anfangswochen in Paris mittlerweile großen Respekt erarbeitet. Seinen Wechsel vom FC Schalke 04 zum Weltklub PSG bereut der 22-Jährige nicht. Das erleichtert ihm seine Rückkehr für das letzte Länderspiel des verkorksten WM-Jahres in Gelsenkirchen gegen die Niederlande.

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Er fühle eine „sehr große Vorfreude“, denn Schalke war sieben Jahre sein Zuhause. „Ich bin mit 15 Jahren gekommen, habe im Stadion alle Facetten erlebt: Als Balljunge, als Zuschauer, als Profi auf dem Platz“, sagte der Defensiv-Allrounder. „Ich habe sehr viele schöne Erinnerungen an das Stadion, den Verein und die Leute.“ Im Sommer kam es aber zur überraschenden Trennung. PSG mit Trainer Thomas Tuchel überwies 37 Millionen Euro Ablöse und stockte das Gehalt Spielers kräftig auf. Alle Seiten profitierten von dem Deal, vor allem Kehrer selbst. Nach dem Wechsel wurde er ins Nationalteam berufen, dort ist er nach nur drei Länderspielen bereits auf dem Weg zum Stammspieler. Der schnelle, zweikampfstarke und variabel einsetzbare Verteidiger ist ein Gesicht des Neuaufbaus im DFB-Team. Während Jérôme Boateng, den Paris nach dem Kehrer-Kauf nicht mehr verpflichtete, von Löw aussortiert wurde.

„Mit meinen Qualitäten so viel geben, wie ich kann“

Das tägliche Kräftemessen mit Mbappé, Neymar oder auch Julian Draxler hat Kehrer zu einem besseren Spieler gemacht. „Da spielen jeden Tag im Training Weltklasseleute mit mir und gegen mich. Da habe ich mich in den ersten Wochen anpassen und viel lernen müssen“, sagte Kehrer. Die Unsicherheit führte bei seinem Ligadebüt dazu, dass er einen Elfmeter verschuldete und sich anschließend auf der Bank wiederfand. Mittlerweile fühle er sich aber „immer wohler mit dem Niveau, mit der Mannschaft und dem Spielstil des Trainers“. Tuchel gibt ihm jetzt deutlich mehr Einsatzzeit. Zehn Ligaspiele und drei Partien in der Champions League sind keine schlechte Zwischenbilanz für einen, den in Frankreich noch unmittelbar nach der Verpflichtung kaum jemand kannte.

Hilfreich für die Integration war Nationalmannschaftskollege Draxler, der wegen eines Trauerfalls in der Familie auch gegen die Niederlande nicht spielen kann. „Er ist ein sehr lieber Mensch“, sagte Kehrer über den Ex-Schalker. „Ich weiß, ich kann immer zu ihm kommen, wenn ich mal etwas nicht ganz verstehe.“ Solche Situationen kommen aber immer seltener vor. Kehrer hat seinen Platz im Starensemble von PSG gefunden – genau wie in der Nationalmannschaft. „Ich möchte der Mannschaft mit meinen Qualitäten so viel geben, wie ich kann“, sagte er. Dazu zählen Schnelligkeit und Dynamik, aber eben auch mentale Stärke. Mbappé kann das bezeugen.