Keine Angst bei Tedesco & Co.

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Dem FC Schalke 04 droht gegen den FC Bayern München am Samstagabend (18.30 Uhr) die vierte Niederlage im vierten Bundesliga-Spiel. Bei den Königsblauen werden Erinnerungen an die Fehlstarts 2010 und 2016 wach.

Von Angst will Domenico Tedesco nichts wissen. „Angst ist kein guter Ratgeber, und so ticken wir nicht“, sagte der Trainer von Schalke 04 vor dem Topspiel gegen den vermeintlichen „Angstgegner“ Bayern München trotz der prekären Lage. Denn den Königsblauen droht gegen den Tabellenführer am Samstag schon zum dritten Mal in diesem Jahrzehnt ein „04“-Start – null Punkte aus vier Spielen also.

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Schon 2010 und 2016 hatte für Schalke die Bundesliga-Saison mit vier Niederlagen begonnen, vor zwei Jahren war sogar noch eine fünfte Pleite gefolgt. Für die Trainer war es der Anfang vom Ende: Felix Magath musste im März gehen, Markus Weinzierl am Saisonende. Tedesco verfügt dagegen dank der starken Vorsaison weiter über ausreichend Kredit beim Vizemeister. Mögliche Spekulationen rund um seine Person lassen den 33-Jährigen ohnehin kalt.

Tedesco konzentriert sich auf die Gegenwart

„Da mache ich mir nicht allzu viele Gedanken. Es wäre verschwendete Energie, über Sachen nachzudenken, die du nicht beeinflussen kannst“, sagte Tedesco am Freitag. Seine Kräfte wolle er lieber in die tägliche Arbeit stecken: „Wichtig ist, dass wir uns als Trainer nach jedem Training in die Augen schauen können und das Gefühl haben, dass wir alles reingepustet haben.“

Kräftig pusten werden am Samstag auch seine Spieler müssen. Wie schwer die Aufgabe gegen die Bayern wird, zeigt schon die Statistik: Schalke gewann nur eins der letzten 13 Heimspiele gegen den Rekordmeister, in der vergangenen Saison setzte es ein klares 0:3. „Jetzt kommt ein richtiges Brett“, sagte Torhüter Ralf Fährmann und blickte schon eine Woche weiter: „Danach kommen die Spiele, in denen wir punkten müssen.“

Remis gegen Porto macht Mut

Kampflos ergeben will Tedesco sich freilich nicht. Das 1:1 gegen den FC Porto in der Champions League mache ihm Mut, betonte er: „Wir haben einen Schritt gemacht, und so müssen wir weitermachen.“ Respekt habe er vor allem vor der Variabilität der Bayern. „München hat beides drauf – sie können kompakt stehen, aber auch vorne drauf gehen. Wir sind auf all diese Situationen vorbereitet“, sagte Tedesco. Personell gab es ein kleines Update. Steven Skrzybski laboriert wohl an einem kleinen Muskelfaserriss.

Ob Nationalspieler Sebastian Rudy gegen seinen Ex-Klub zum Einsatz kommt, ließ der Schalke-Trainer derweil offen. Zuletzt gegen Porto hatte Rudy nur auf der Bank gesessen. „Basti hat auf der Bank sehr emotional mitgefiebert, das waren gute Signale. Er identifiziert sich hiermit“, sagte Tedesco. Bayern-Coach Niko Kovač glaubt, dass Rudy „gegen die alten Kollegen motiviert“ sein werde. „Er ist ein toller Junge und wird für Schalke alles geben“, sagte er.

Heidel ist motiviert

Und Christian Heidel? Der Schalker Sportvorstand nimmt die Herausforderung Bayern trotz des Null-Punkte-Starts nur zu gerne an. „Jetzt sagen die Ersten, jetzt kommen die Bayern. Ja, dann kommen sie eben“, sagte Heidel und kündigte voller Trotz an: „Es wird nicht so sein, dass wir am Samstag mit schlotternden Knien auf das Feld gehen.“ Nach Angst klingt das nicht.