Keine Veränderungen am DFB-Pokal-Modus

Die durch die DFL vorgeschlagene Reform des DFB-Pokal-Modus bleibt aus. Bei einem Spitzengespräch zwischen Vertretern der DFL und des DFB wurde beschlossen, die bisherige Struktur beizubehalten und die finanzielle Förderung für Amateurvereine zu erhöhen.

Der deutsche Ligaverband hatte vorgeschlagen, ab 2019 eine Qualifikationsrunde für Amateurmannschaften und Drittligisten einzuführen. Das Teilnehmerfeld des DFB-Pokals hätte sich auf 182 Klubs erhöht, die Profi-Mannschaften und insbesondere die Europapokal-Teilnehmer wären jedoch entlastet worden, weil sie erst später ins Turnier eingestiegen wären.

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Mit ihrem Vorstoß stieß die DFL beim DFB allerdings nicht auf Gegenliebe. „Der DFB-Pokal bezieht seinen Reiz aus den Begegnungen ‚Klein gegen Groß‘. Dabei bleibt es“, verkündete DFB-Präsident Reinhard Grindel. „Jeder Pokalteilnehmer kann weiter seinen Traum von einem Los gegen Bayern München oder Borussia Dortmund träumen. Das stärkt auch die Attraktivität unserer Landesverbandspokale.“ DFL-Präsident Reinhard Rauball sagte, der Ligaverband respektiere „den Wunsch des DFB, am bisherigen Modus festzuhalten und nicht dem DFL-Vorschlag zu folgen“.

Drittliga-Aufstiegsrunde soll reformiert werden

Mit Ausnahme des Wegfalls der Reisekostenpauschale für Amateurvereine bleibt beim DFB-Pokal alles beim Alten. Bei dem Spitzentreffen wurde jedoch ein „Aktionsplan Amateurfußball“ ins Leben gerufen. Dieser beinhaltet eine Erhöhung der Ausbildungsentschädigung für Amateurvereine, die Bundesliga-Spieler ausgebildet haben. Dafür stellt die DFL zunächst vier Millionen Euro bereit.

Gleichzeitig wird der DFB zwei Millionen Euro in die Nachwuchsförderung bei Drittliga-Vereinen investieren. Zudem winken den Drittliga-Klubs eine Million Euro aus zusätzlichen TV-Einnahmen durch das Relegationsspiel um den Zweitliga-Aufstieg. Weitere sechs Millionen Euro will der nationale Fußballverband an seine Landesverbände fließen lassen. Im Vordergrund stehen hierbei eine Digitaloffensive, die Ausstattung der Landesverbandspokale und die Entlastung der Vereine. „Mit diesem umfassenden Paket wird die Einheit von Amateuren und Profis mit Leben erfüllt. Es ist das größte Paket, das je für den Amateurfußball geschnürt wurde. Es hilft gerade den besonders engagierten Vereinen, von deren guter Jugendarbeit auch die Bundesligisten profitieren“, sagte Grindel zu dem Aktionsplan.

Außerdem wurde eine Empfehlung ans DFB-Präsidium ausgesprochen, am 8. Dezember einen außerordentlichen DFB-Bundestag einzuberufen. Hier soll über den geplanten Bau einer DFB-Akademie in Frankfurt sowie eine neue Aufstiegsregelung zur 3. Liga entschieden werden.