Kellerklubs fahnden nach dem Hoffnungsschimmer

Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Der VfB Stuttgart und Fortuna Düsseldorf suchen händeringend einen Weg aus der Krise. Im Schwabenland halten die hitzigen Personaldebatten an, beim Aufsteiger ist die Lage vor dem besonderen Wiedersehen mit Hertha BSC dagegen (noch) ruhig.

Michael Reschke weiß, was die Stunde geschlagen hat. Der Sportchef des VfB Stuttgart braucht Punkte. Jetzt! Angesichts der desaströsen Zwischenbilanz mit Rang 17 und des katastrophalen Starts von Markus Weinzierl rumort es gewaltig in Schwaben. Der Name Jürgen Klinsmann schwirrt längst um die Mercedes-Benz-Arena.

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Reschke präsentiert sich vor dem Spiel beim 1. FC Nürnberg am Samstagnachmittag kämpferisch. An Rücktritt habe er trotz der Vorwürfe einer verfehlten Personalpolitik bislang „keine Sekunde“ gedacht, sagte der 61-Jährige der Bild. „Ich spüre im gesamten Klub und seinem Umfeld tiefes Vertrauen.“ Die aufkeimenden Gerüchte über eine mögliche Rückkehr von Klinsmann als Sportchef beschäftigten ihn nicht. Das behauptete er zumindest.

Spiele bis Weihnachten sind „elementar“

0 Punkte, 0:11 Tore in drei Spielen – die sportliche Krise des VfB hat sich nach dem Wechsel von Tayfun Korkut zu Weinzierl verfestigt. Bei einer weiteren Niederlage in Nürnberg droht dem Coach ein neuer Negativrekord. Doch noch schwerer würden dann die bereits acht Punkte Rückstand auf den Konkurrenten im Abstiegskampf wiegen: „Jeder kann die Tabelle lesen und kennt die Konstellation“, sagte Weinzierl.

Die verbleibenden sieben Spiele bis Weihnachten bezeichnete der 43-Jährige als „elementar“, den offensichtlichen Fitnessrückstand könne er aber kurzfristig nicht beheben. „Das ist ein Effekt über Wochen, daran arbeiten wir“, sagte er. Auch über mögliche Verstärkungen in der Winterpause grübeln Reschke und Weinzierl bereits. Dabei fällt nun der Name von Anthony Modeste, der zuletzt in China spielte.

Fortuna harmlos: Zehn Spiele, sechs Tore

Modeste, der für Köln in der Saison 2016/17 25 Tore schoss, würde auch Stuttgarts Kellernachbarn Fortuna Düsseldorf gut zu Gesicht stehen. Bislang präsentierten sich die Rheinländer mit nur sechs Treffern in den ersten zehn Partien viel zu ungefährlich, um in der Bundesliga bestehen zu können. Für das Aufeinandertreffen mit Hertha BSC am Samstag muss sich Trainer-Routinier Friedhelm Funkel etwas einfallen lassen.

Funkel und die Fortuna befinden sich dabei zumindest derzeit noch in einer anderen Gemengelage als der VfB – obwohl sie punkt- und torgleich mit Stuttgart auf Platz 17 rangieren. Im Klub herrscht arbeitsame Ruhe, die Fans stehen in der Mehrzahl weiter treu zur Aufstiegsmannschaft und ihrem Trainer. Die Situation bereite ihm Sorge, räumte Funkel ein, auch wenn er Angst im Fußball nicht kenne. „Wir müssen in den Kampfmodus übergehen“, sagte der 64-Jährige der Bild.

Sicherheitskräfte sind sensibilisiert

Die Partie birgt für Düsseldorf eine besondere Brisanz – nicht allein aus sportlichen Gründen. Es ist das erste Wiedersehen mit der Hertha seit dem Chaosspiel vom 15. Mai 2012 in der Relegation, als die Fortuna den Aufstieg schaffte. Mehrmals musste die Partie damals aufgrund von Fanvergehen unterbrochen werden. Nach den jüngsten Krawallen einiger Hertha-Anhänger in Dortmund sind die Sicherheitskräfte sensibilisiert.