Kersting: „Das ist Kinderhandel“

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Volker Kersting, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums von Bundesligist 1. FSV Mainz 05, hat scharfe Kritik an der Rolle von Spielerberatern im Jugendfußball geübt. Die Berater verfehlen demnach häufig ihren ursprünglichen Auftrag, nämlich die Spieler tatsächlich bei der Karriereplanung zu begleiten.

„Das ist Kinderhandel“, sagte der 46-Jährige im Interview mit dem Kicker. „Mittlerweile gibt es Beraterfirmen, die schon Vereinbarungen mit 13-, 14-Jährigen treffen und sich dort bereits zehn Prozent der Monatsvergütung zusichern lassen.“ Man müsse sich fragen: „Was ist denn die Intention des Beraters? Will er den Spieler nach vorne bringen? Oder will er mit ihm Geld verdienen?“ Laut Kersting suchen viele in der Branche mittlerweile nur noch Wege, „wie sie im Juniorenbereich Geld verdienen können“.

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Seit 26 Jahren steuert Kersting die Nachwuchsabteilung in Mainz. „Wir bedienen den Traum vom Fußball, müssen den Jungs aber klarmachen: Fußball ist nicht alles. Wir müssen dafür sorgen, dass sie einen vernünftigen Schulabschluss machen. Dafür stehen ihnen alle Unterstützungsmaßnahmen zur Verfügung“, betonte er. „Es gibt einen intensiven Austausch mit den Eltern, wir haben alle Zeugnisse vorliegen und stehen mit den Schulen eng in Verbindung. Wir wollen den Jungs beibringen, dass sie bei Problemen freiwillig die Hand heben und zu uns kommen – und nicht erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Wir unterstützen mit Nachhilfe in allen Variationen, sei es Hausaufgabenbetreuung, Vorbereitung auf Klausuren oder klassische Nachhilfe.“