Kießlings ganz besondere Marke

Stefan Kießling hat beim 2:1-Auswärtserfolg von Bayer 04 Leverkusen gegen den VfL Wolfsburg eine spezielle Hürde gemeistert: Der Angreifer ist durch einen Kurzeinsatz in insgesamt 400 Bundesliga-Spielen aufgelaufen.

Rund 15 Jahre liegen zwischen Kießlings erstem Bundesliga-Einsatz und seinem 400. Seit dem 1. Juli 2006 geht der 34-Jährige für Bayer auf Torejagd. Zuvor war Kießling für den 1. FC Nürnberg aktiv. Insgesamt netzte der Angreifer dabei 144 Mal im deutschen Oberhaus ein, zwei Tore gelangen ihm in der 2. Bundesliga. Torschützenkönig wurde Kießling einmal: 25 Treffer schoss der Stürmer in der Saison 2012/13, seiner zeitgleich erfolgreichsten Spielzeit. Zudem steuerte Kießling in jenem Jahr noch zehn Assists bei, Leverkusen beendete die Saison auf Platz drei.

- Anzeige -

Der 34-Jährige gehört zu einer in Deutschland beinahe aussterbenden Art Stürmer. Er ist ein echter „Neuner“, ein Angreifer, der sich die Bälle nicht im Mittelfeld holt, sondern im Sechzehner des Gegners lauert und Angriffe vergoldet. Nicht nur, weil ihm das sehr oft gelang, ist der Routinier bei den Leverkusener Fans ein absoluter Liebling. Kießling entwickelte sich über die Jahre auch aufgrund seiner Persönlichkeit zur Identifikationsfigur, die der „Werkself“ bald fehlen wird. Denn im Sommer ist Schluss für Kießling.

Angreifer trotz wenig Spielzeit professionell

Die letzten beiden Jahre, besonders allerdings die aktuelle Saison, verlaufen für den 34-Jährigen nicht mehr zufriedenstellend. Aufgrund anhaltender Rückenprobleme und starker Konkurrenz ist die Zeit des Stürmers bei den Rheinländern abgelaufen. Lediglich fünf Einsätze stehen für Kießling in der laufenden Spielzeit zu Buche: Und dennoch ist er ein wichtiger Bestandteil des Teams. Er gibt seine Erfahrung an junge Spieler wie Kai Havertz, Leon Bailey & Co. weiter und verhält sich professionell.

Als einziger Wermutstropfen in einer sonst beinahe blütenreinen Karriere bleibt der Vorfall um Kießlings Phantomtor gegen Hoffenheim in Erinnerung. Damals ärgerte sich der Angreifer zunächst darüber, dass der Ball nicht den Weg ins Tor fand, betonte im Nachhinein allerdings, nicht mitbekommen zu haben, dass das Leder eigentlich am Tor vorbeiflog. Insgesamt jedoch kann Kießling auf eine sehr erfolgreiche Zeit in der Bundesliga zurückblicken.