Kind erhöht den Druck auf Mannschaft und Trainer

Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images

Hannover 96 kommt in dieser Saison nicht in die Gänge: Das 1:3 beim FC Schalke 04 war bereits die sechste Ligapleite. Präsident Martin Kind hat den Druck auf die Mannschaft und Trainer André Breitenreiter erhöht.

„Wir haben alles umfassend diskutiert. Jetzt gilt es insbesondere für den Trainer dieses umzusetzen“, sagte Kind am Montag. Hannover belegt mit sechs Punkten nach zehn Spieltagen den Relegationsplatz und hat bereits vier Zähler Rückstand auf Rang 15. Kind sprach von einer „kritischen Situation. Wir kennen die Punktzahl, wir kennen die Tabelle und wir wissen, dass jetzt Siege notwendig sind, damit wir den Anschluss halten.“ Coach Breitenreiter habe trotz der schwierigen Lage „unser volles Vertrauen. Er leistet eine sehr engagierte Arbeit, er erreicht die Mannschaft“, sagte der Vereinschef. „Die Mannschaft kann mehr, als sie zurzeit zeigt. Und jetzt gilt es, dieses Potenzial zu aktivieren und auszuschöpfen.“

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96-Sportdirektor Horst Heldt schlug in die gleiche Kerbe. „Es ist klar, dass wir zu wenig Punkte haben. Das wissen wir alle“, meinte er. Es sei „jetzt jeder gefordert. Der Cheftrainer mit seinem Team, ich, jeder Spieler, jeder Physio. Weil es am Ende des Tages auch nur gemeinsam geht“, sagte Heldt. Er und Breitenreiter müssten „beide vorangehen. Wir haben die Verantwortung und müssen auch entsprechend agieren. Das tun wir.“ Die vereinspolitischen Querelen um die Zukunftsausrichtung des Klubs lässt Kind nicht als Ausrede gelten. „Die Mannschaft soll sich auf den Fußball konzentrieren. Das ist ihr Thema“, sagte der Unternehmer. „Jetzt gilt es, dass wir den Klassenerhalt sichern. Das ist viel wichtiger.“

Machtkampf hinter den Kulissen

Am Donnerstag hatten drei Vertreter der Fanvereinigung IG Pro Verein 1896 mit der Vorlage von 1310 Unterschriften eine außerordentliche Mitgliederversammlung beantragt, bei der sie die Macht von Kind beschneiden wollen. „Das nimmt seinen formalen Gang. Dann gucken wir, wie die Ergebnisse aussehen. Wir bemühen uns, die große Mehrheit zu überzeugen“, sagte Kind.