Klose taucht ein: „Alles Schritt für Schritt“

Foto: FC Bayern München

Am Samstag gibt Miroslav Klose sein Debüt als Trainer der U17 vom FC Bayern. An seine neue Aufgabe muss er sich allerdings erst noch gewöhnen. Unter der Woche hat Klose erst mal eine Pressekonferenz geben müssen, das Interesse an ihm war enorm.

Weltmeister 2014, erfolgreichster Torschütze bei Weltmeisterschaften – und zuletzt Stürmertrainer der Nationalmannschaft, die in Russland kläglich scheiterte. Er sei zu „tausend Prozent überzeugt, dass Joachim Löw der Richtige ist“, sagte Klose, „aber es müssen einige Dinge hinterfragt werden.“ Etwa, warum gegen Mexiko der Schiedsrichter die deutschen Spieler in der Rückwärtsbewegung überholt habe. Mehr sagte Klose dazu aber nicht, das ist Geschichte, ebenso die glanzvolle Karriere zwischen Blaubach-Diedelkopf und Rom. Klose würde jetzt am liebsten vergessen machen, wer er ist und was er so alles erreicht hat. Er will „meiner Mannschaft“, den „Jungs“ zeigen, „dass ich ein ganz normaler Typ bin und kein Superstar“.

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Es ist eine neue Erfahrung für beide Seiten: Dort ehrfürchtige 15, 16 Jahre alte Talente, hier ein Weltstar, der zugibt, sie mit zu viel Informationen erst mal überfordert zu haben. Aber, so Klose, er habe „schon als Spieler kaum einen Fehler zwei Mal gemacht“. Jetzt verfährt er eben so: „Informationen geben, zwei bis drei Wochen warten, dann Nuancen verfeinern, dann das Nächste. Alles Stück für Stück.“ Das ist generell sein Motto: Natürlich gebe es irgendwann einmal den Traum, Trainer in der Bundesliga zu sein, sagte Klose im Trainingslager der Nationalmannschaft in Südtirol, „sonst hätte ich diesen Weg nicht eingeschlagen. Aber ich muss erst einmal ein Gefühl für den Job entwickeln. Ich werde versuchen, mich selbst etwas zu bremsen – dass ich nicht denke, das geht alles von heute auf morgen.“

Abenteuer beginnt gegen Wehen Wiesbaden

Jetzt will er den Stars von morgen erst einmal „die Visiere öffnen“, ihnen einen Weg in das harte Profi-Geschäft aufzeigen. Als Rückschritt angesichts seiner großen Karriere sieht er die Arbeit „absolut nicht. Es sind die ersten Schritte. Man kann den Jungs viel geben.“ Eine Einstellung, die auch Bayern-Cheftrainer Niko Kovač am Freitag hervorhob. „Miro ist ein feiner Kerl, er hat alles erlebt, ist ein Idol. Aber es ist gut, wenn auch ehemalige Spieler in kleineren Bereichen unten anfangen. Man muss den Trainerberuf auch erst lernen“, sagte Kovač. Klose hat bisher den A-Schein absolviert, der Fußballlehrer steht noch aus. „Ich habe in meiner Karriere schon immer einen Schritt nach dem anderen gemacht“, sagte er zu seinen Plänen. Es gebe „genügend Beispiele von Leuten, die von unten direkt nach oben gesprungen und dann die Leiter hinunter gefallen sind – und nie wieder Fuß gefasst haben. Das möchte ich nicht. Ich sehe das als Lernprozess.“ Der im Campus gegen den SV Wehen Wiesbaden beginnt.

(cbe/sid)