Köllner: „Ich weiß, dass wir eine Riesensaison spielen werden“

Foto: Adam Pretty/Bongarts/Getty Images

Der 1. FC Nürnberg absolviert am kommenden Samstag (15.30 Uhr) bei Hertha BSC erstmals seit 2014 wieder ein Bundesliga-Spiel. Das oberste Ziel des Aufsteigers ist der Klassenerhalt. Die Franken konnten ihr Team größtenteils zusammenhalten und punktuell verstärken.

Im ersten Pflichtspiel der neuen Saison im DFB-Pokal beim SV Linx (2:1) wurde die große Schwachstelle der Nürnberger offensichtlich: Mittelstürmer Mikael Ishak war offensiv weitestgehend auf sich allein gestellt, aus dem Mittelfeld kamen kaum kreative Impulse. Der zum SV Werder Bremen abgewanderte Spielmacher Kevin Möhwald fehlte sichtlich. Um der drohenden Harmlosigkeit entgegenzutreten, verpflichtete der „Club“ Yūya Kubo von KAA Gent aus Belgien. Der Japaner soll mehr Variabilität und Überraschungsmomente in das Angriffsspiel der Franken bringen. Kubo ist zunächst nur für eine Saison geliehen, anschließend besitzen die Franken eine Kaufoption. Die klamme Geldbörse ließ keine großen Sprünge am Transfermarkt zu.

- Anzeige -

Lediglich 1,2 Millionen Euro gab der Aufsteiger für die Leihen von Kubo und Robert Bauer sowie die Verpflichtung von Torhüter Christian Mathenia aus. Während Kubo eine Baustelle schließen soll, heizen Mathenia und Bauer den internen Konkurrenzkampf im Tor und in der rechten Verteidigung an. Dabei zieht Erstgenannter zum Saisonstart den Kürzeren gegen Stammkeeper Fabian Bredlow. Bauer könnte seine Chance gleich zum Auftakt erhalten, Enrico Valentini droht auszufallen. Zusätzlich wurde Patric Klandt als dritter Keeper verpflichtet. Die restlichen Neuen sind Perspektivspieler: Die 19-jährigen Timothy Tillmann und Kevin Goden sowie der 20-jährige Torles Knöll ergänzen den Nürnberger Kader in der Breite.

Köllner will die Chance „beim Schopfe packen“

Diese Verbreiterung wird auch nötig sein, wollen die Franken in der Bundesliga bestehen. Anders als in der letzten Saison sind die beiden Liga-Neulinge Nürnberg und Düsseldorf vor der anstehenden Spielzeit absolute Abstiegskandidaten. Trainer Michael Köllner sieht seine Mannschaft dennoch für die Erstklassigkeit gewappnet. „Viele sagen, die Bundesliga ist eine Nummer zu groß für den ‚Club‘. Ich habe dieses Empfinden nicht. Ich weiß, dass wir eine Riesensaison spielen werden und die Dinge im Rahmen unserer Möglichkeiten hundertprozentig erledigen. Wenn man sich gut vorbereitet hat, und das haben wir, hat man eine Chance. Und die werden wir beim Schopfe packen“, kündigte der Übungsleiter gegenüber infranken.de an.

Die Nürnberger gehen die Mission Klassenerhalt mutig an, ohne diese Zielsetzung so offen zu formulieren. „Über das Thema Abstieg reden wir nicht, sondern nur darüber, wie wir bestehen können“, meinte Kapitän Hanno Behrens gegenüber dem Kicker. Sportvorstand Andreas Bornemann blieb im Vorfeld noch abstrakter. Eine gute Saison sei es, „wenn wir unsere Möglichkeiten optimal ausnutzen und alles, was in uns steckt, auf das Spielfeld bekommen. Welcher Tabellenplatz dann am Ende dabei herausspringt, ist dafür nicht entscheidend.“

Erster Charaktertest in der Hauptstadt

Das große Plus der vergangenen Zweitliga-Spielzeit war die Balance: 61 selbst erzielte Tore und 39 Gegentreffer bedeuteten in beiden Statistiken Rang zwei. Auffällig war auch die Stärke in der Fremde: 32 von 60 Punkten wurden auswärts geholt. In der Heimtabelle belegten die Franken derweil nur Rang acht. Die erste Begegnung nach der Rückkehr wird gleich zum Charaktertest. Mit Hertha BSC wartet ein unbequemer Gegner, der in der Vergangenheit durch grundsoliden und gut organisierten Fußball überzeugen konnte. Verzichten muss Coach Köllner zunächst auf Abwehrchef Ewerton. Der Brasilianer hatte sich im Trainingslager einen Syndesmosebandanriss zugezogen und wird voraussichtlich noch drei Wochen fehlen.