Köln hadert erneut mit dem Videobeweis

Frust und Enttäuschung machten sich beim 1. FC Köln nach dem 1:1 gegen Hannover 96 breit. Ein Treffer von Claudio Pizarro kurz vor Schluss war wegen einer Abseitsposition mithilfe des Videobeweises aberkannt worden. Trainer und Spieler der Kölner fühlten sich ungerecht behandelt.

Stefan Ruthenbeck betonte allerdings, dass die Entscheidung „sicherlich richtig“ gewesen sei. Marcel Risse hatte im strafbaren Abseits gestanden, bevor er auf Pizarro flankte. „Ich frage mich nur, warum bei uns die Tore nicht gegeben werden und bei der Konkurrenz schon. Mich ärgert, dass wir in der Vergangenheit Spiele der Konkurrenz gesehen haben, in denen der Mitkonkurrent zwei Punkte mit Abseitstoren geholt hat“, sagte der Coach bei Sky und spielte auf das 1:1 des Hamburger SV gegen RB Leipzig vor einigen Wochen an. Auch Timo Horn übte deutliche Kritik am Reglement. „Was in dieser Saison passiert, das ist unglaublich. Es wird immer gesagt, dass es keine skalierbaren Abseitslinien gibt. Hier gibt es sie dann auf einmal“, legte der sichtlich angefressene Keeper dar. „Es kotzt mich an.“

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Die Szene in der vierten Minute der Nachspielzeit war nicht der einzige Aufreger des Spiels. Nach etwa einer Stunde hatte Hannovers Verteidiger Salif Sané FC-Sturmspitze Simon Terodde rüde am Kopf getroffen, woraufhin der Kölner ausgewechselt werden musste. Bei ihm wurde anschließend eine leichte Gehirnerschütterung diagnostiziert. Ruthenbeck erklärte, es sei „nicht so schlimm, wie es zuerst aussah“. Terodde wirkte sehr benommen und musste vom Platz getragen werden. Sané sah von Referee Markus Schmidt nur die Gelbe Karte.

„Bis zum Schluss alles geben“

Mit Blick auf den nun neun Punkte betragenden Abstand zum rettenden Relegationsplatz führte der Trainer aus, sich „nicht zur Aufgabe provozieren“ zu lassen. „Ich werde nicht aufgeben und die Jungs werden dies auch nicht tun. So wie wir gespielt haben, spielt keine Mannschaft, die aufgibt“, sagte er kämpferisch. Horn pflichtete ihm bei: „Die Lage hat sich für uns durch den Mainzer Sieg in Berlin (2:0; Anm. d. Red.) zwar weiter verschlechtert, aber wir werden bis zum Schluss für unseren Verein und für unsere Fans alles geben.“ Am kommenden Sonntag (18.00 Uhr) treten die Domstädter bei Vizemeister RB Leipzig an.