Köln: Hoffnung im Dreierpack

Das 2:1 über RB Leipzig am letzten Sonntag hat beim 1. FC Köln für Aufbruchsstimmung gesorgt. Zwar beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz immer noch sieben Punkte, doch zeigt sich die Mannschaft in der Rückrunde stark verbessert. Die Hoffnungen der Kölner ruhen nun besonders auf drei Spielern.

Winter-Neuzugang Vincent Koziello, Marcel Risse und der gerade wieder genesene Leonardo Bittencourt sorgten in Leipzig für den überlebenswichtigen Sieg. Koziello erzielte das 1:1, der starke Risse legte Bittencourt unwiderstehlich das 2:1 auf. Die drei Spieler können eigentlich nicht die typischen Heilsbringer sein, schließlich absolvierte der junge Franzose erst sein drittes Bundesliga-Spiel, während seine beiden Mannschaftskollegen lange verletzt waren. Doch am Sonntag sah es so aus, als wären sie immer schon da beziehungsweise nie weg gewesen.

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Der 22-jährige Koziello gab bei den Sachsen sein Startelf-Debüt. An der Seite von Marco Höger im zentralen Mittelfeld aufgeboten, erreichte der 1,68 Meter kleine Spieler eine fantastische Passquote von knapp 95 Prozent. In der ersten Halbzeit hatte er, wie alle seine Mitspieler auch, mit dem extremen Pressing und dem Tempo der Leipziger zu kämpfen. Als dem Europa League-Achtelfinalisten jedoch nach 45 Minuten die Puste ausging, spielte Koziello groß auf. Seine Leistung krönte er mit einem tollen Treffer. Eine von Kevin Kampl unzureichend geklärte Hereingabe Risses nahm er 20 Meter vor dem Tor mit rechts mit und schlenzte den Ball anschließend mit links ins Tor.

Risse und Bittencourt bringen neue Offensiv-Power

Am 3. Dezember 2016 ging Risse im Spiel gegen die TSG Hoffenheim in einen Zweikampf mit Andrej Kramarić. Dabei riss er sich das rechte vordere Kreuzband. Erst zu Beginn der laufenden Spielzeit gab er sein Comeback, verletzte sich jedoch Ende September erneut schwer. Nach fast fünf Monaten Pause stand Risse am 22. Spieltag beim 2:4 in Frankfurt wieder auf dem Platz. Seitdem bereitete er in jedem Spiel einen Treffer vor – auch wenn der von Claudio Pizarro beim 1:1 gegen Hannover 96 wegen einer Abseitsposition aberkannt wurde. Zudem absolvierte Risse die letzten beiden Partien über die volle Distanz. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass er praktisch 14 Monate lang nicht richtig gespielt hat.

Das Fehlen Risses und damit einhergehender Mangel an spielerischer Variabilität war sicherlich eine der Ursachen der historisch schlechten Hinrunde der Kölner. Auch Bittencourt ist ein kreativer, schneller Flügelspieler, der wie Risse den oft zitierten Unterschied machen kann. Der 24-Jährige fehlte ebenfalls lange, seit November konnte er nicht auflaufen. Am Sonntag wurde Bittencourt dann eine halbe Stunde vor Schluss eingewechselt. In der 77. Minute veredelte er Risses Vorarbeit souverän. Der Deutsch-Brasilianer gehört zu den technisch besten Spielern im Kölner Kader.