Köln ist ganz unten – aber noch nicht am Boden

Die 2:3-Niederlage gegen den VfB Stuttgart ist aus Sicht des 1. FC Köln ein weiterer Schritt in die falsche Richtung und zum sechsten Abstieg der Vereinsgeschichte. Noch ist für den FC zwar alles drin, doch bei acht Punkten Rückstand auf Rang 16 bei noch neun ausstehenden Spielen mutet der Nichabstieg an wie eine gewaltige Herkulesaufgabe.

Ausgerechnet Timo Horn, über die gesamte Saison der sichere Rückhalt einer oftmals verunsicherten Mannschaft, patzte gegen den VfB zweimal. Trotz starker Leistung ging die Mannschaft von Stefan Ruthenbeck nach 90 Minuten ohne Punkte vom Platz und verpasste es so, zumindest den letzten Rang zu verlassen. Stuttgart hatte aus vier Chancen drei Tore gemacht, wobei das Wort „Chance“ bezogen auf das 2:1 durch Mario Gómez noch wohlwollend formuliert ist. Der FC dagegen hatte zu viel liegen gelassen – besonders im ersten Durchgang, nach dem es eigentlich 3:0 und nicht 1:2 hätte stehen müssen.

- Anzeige -

Dabei spielen die Domstädter eine durchaus bemerkenswerte Rückrunde. Elf Punkte aus acht Spielen, darunter Siege gegen Borussia Mönchengladbach (2:1) und RB Leipzig (2:1), sind eine ordentliche Quote. Auf 34 Spieltage hochgerechnet müsste sich so niemand in Köln mit dem Thema Abstieg befassen. Doch in der Hinrunde wurden nur sechs Zähler gesammelt. Falls der FC wirklich den Gang in Liga zwei antreten muss, dann nicht, weil das Team über die gesamte Saison nicht gut genug gewesen wäre. Abgestiegen ist der Verein in der Hinserie.

Eine dramatische Saison geht dem Ende entgegen

Trainer und Spieler hatten sich nach dem Abpfiff zumindest vor den Fernsehkameras schnell wieder aufgerichtet. „Wir müssen uns auf Bremen vorbereiten, und wenn wir noch einmal eine kleine Chance bekommen, müssen wir daran glauben und zupacken“, erklärte Stürmer Simon Terodde mit Blick auf die Begegnung mit dem SV Werder am kommenden Montag. Fraglich ist aber, ob die Pleite nicht der entscheidende Schlag war, der den sowieso schon taumelnden Kölner Boxern versetzt wurde. Die Spieler versuchten alles, und sie spielten nicht zum ersten Mal in dieser Saison ansehnlicheren Fußball als so mancher Bundesligist auf einem einstelligen Tabellenplatz.

Dennoch reichte es nichtmal zu einem Punkt. Jeder Amateurfußballer weiß, was das für ein mieses Gefühl ist. In der Kölner Situation wird es noch umso stärker ausfallen. Bereits im Hinspiel spielte sich ein Drama ab: Kurz vor Schluss bekam der FC beim Stand von 1:1 einen Elfmeter zugesprochen, der nach Konsultation des Videobeweises wieder zurückgenommen wurde. Im Gegenzug gelang den Stuttgartern durch einen abgefälschten Schuss von Chadrac Akolo irgendwie das 2:1. Solche Spiele ziehen sich wie ein roter Faden durch die Saison der „Geißböcke“. Bisher wurde die Mannschaft immer wieder erfolgreich aufgebaut – doch irgendwann ist auch das nicht mehr möglich.